Thorsten Schick (CDU) macht Druck auf die Landesregierung

+

Altena - Thorsten Schick, auch für Altenaer zuständiger heimischer CDU-Landtagsabgeordneter mit Wohnsitz in Iserlohn, platzte beim Redaktionsbesuch der Kragen. Er hat sich vorgenommen in den nächsten zwei Jahren verstärkt „Gas zu geben!“ – und noch mehr „Druck auf die Landesregierung zu machen“.

Denn: 2017 werden die Wähler wieder zu den Urnen gerufen. „Bis dahin muss an vielen Stellschrauben gedreht werden!“ In einer Art Halbzeitgespräch, das auf seine Intention zustande kam, kritisiert der 43-jährige Diplom-Kaufmann ganz massiv Land und Landesregierung.

Keine Idee vom Landleben

„In den Ministerien sitzen einfach zu viele Leute, die aus Großstädten kommen. Die sind mit Themen des ländlichen Raumes und dem Leben vor Ort einfach nicht oder wenig vertraut“, wetterte er. Beispielhaft nannte er eine in Bearbeitung befindliche Gesetzesvorlage zur Auszeichnung von Kuchen. „Wer hier auf dem Sportplatz steht und ehrenamtlich Kuchen für die Kicker oder die Jugendabteilung verkauft, hat dafür ganz sicher kein Verständnis.“ Das sei wieder so ein typisches Ministerial-Bürokratieverhalten, wettert der Vizebürgermeister aus Iserlohn.

"Einsame Entscheidungen"

Dem Landtag gehört Schick acht Jahre an, führt darüberhinaus die Kreis-CDU als Vorsitzender. Da sei er durch seine vielen Kontakte vor Ort „gut verdrahtet“, stützt er seine Kritik an den ins Visier genommenen Ministerialbeamten und ihren „einsamen Entscheidungen“. Weiteres Beispiel: Die mittlerweile wieder in Teilen zurückgenommene Novelle zur Umgestaltung von Vogelstangen... Aber für Schick gibt es wichtigere Punkte.

Wichtige Themen auf der Agenda

Schick: „Wir müssen Hannelore Kraft Druck machen.“

Nach intensivem Studium der neuerlichen so genannten Bertelsmann-Studie zur Demografie und Bevölkerungsentwicklung hat sich der Iserlohner vorgenommen die Themenbereiche 1. Breitbandversorgung; 2. Ärztemangel auf dem Land und 3. Mobilität zu weiteren Arbeitsschwerpunkten im Landtag zu machen. Auch da setzt er auf seine „ländliche Vernetzung“. Mit Helmar Roder etwa, seines Zeichens Parteifreund aus Dahle aber auch Radio- und Fernsehtechnikermeister, hat er das Thema Breitband schon häufig diskutiert. Die Zahlen, die Schick ermittelt hat, sprechen dabei für sich. NRW will für den ländlichen Raum 70 Millionen Euro locker machen. „Bayern aber fördert dieses wichtige Instrument aus eigener Kraft mit 1,5 Milliarden Euro!“ Wum. Das sitzt.

Funk und Ärztemangel

Bei Möhling, einem der größten Arbeitgeber am Ort, fand Schick sofort eine offene Aufnahme sagt er. Dort behelfe man sich mit einer Art Funk in der Kommunikation. Für ein Unternehmen, das bestens am Weltmarkt präsent sei, ein Unding, findet der Mann aus Iserlohn und will hier ansetzen. Auch beim Thema Ärztemangel kommt Schick schnell auf den Punkt. Er begrüßt die Initiative des Märkischen Kreises, der bekanntlich Medizin-Studenten mit Stipendien lockt. „Das ist wieder eine Privat-Initiative. Wo bleibt das Land? Wo bleibt die große Richtung, die vorgegeben werden muss?“, fragt er. Düsseldorf nehme die Steuermittel aus Südwestfalen und Altena gerne an. „Und wir sind hier der Motor des Landes, von hier wird viel Geld in die Kassen gespült. Doch was kommt zurück?“

Land lässt sich "feiern"

Was das Thema Mobilität angeht, wird Schick nicht ganz so streng. Abellio, Märkische Verkehrsgesellschaft und auch Bürgerbus seien sicher Pluspunkte. Aber auch in diesem Sektor lasse sich das Land für viele, normale Steuermittel-Zuwendungen „feiern“, was er nicht korrekt findet. Wie gegensteuern? Wie etwas verändern wenn man in der Opposition ist?

Mehr Förderung für ländlichen Raum

Schick möchte Kollegen animieren, sich mit ihm und seinen Anliegen zu solidarisieren. „Gemeinsam kann man mehr Druck machen und das werden wir tun!“, kündigt er kämpferisch an. Man müsse erreichen, dass das Land und die NRW-Landesregierung endlich umschwenke von der reinen Intensiv-Förderung von Großstädten. „Der ländliche Raum und kreisangehörige Städte dürfen nicht weiter das Stiefkind von Hannelore Kraft und ihrer Politik sein."

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare