Große Pläne für den Breitenhagen

Präsentierten Ideen für das Wohnen von morgen: Jutta Gruß-Rinck und Hans-Joachim Hamerla vom Büro ASS nahmen vor allem den Breitenhagen unter die Lupe. -  Foto: Bender

Altena - Bedarfsgerechten Wohnraum schaffen, um den Einwohnerschwund abzumildern – das empfiehlt Hans-Joachim Hamerla vom Düsseldorfer Büro ASS den Altenaer Kommunalpolitikern. Auch davon hänge es ab, ob die Einwohnerzahl bis 2025 um gut 4700 oder „nur“ um etwas mehr als 3000 sinke.

Es sei ein Trugschluss, dass die sinkenden Einwohnerzahlen dazu führten, dass jeder in Altena eine Wohnung finde, sagte der Stadtplaner und verwies auf eine überdurchschnittlich hohe „Alterswanderung“ – Senioren, die die Stadt verlassen, weil es viel zu wenig barrierefreie Wohnungen gebe.

Wie sich das ändern lässt, untersuchte das Büro am Beispiel des oberen Breitenhagen. Der ist für Hamerla eines der wenigen „Kategorie 1“-Quartiere der Altenaer Baugesellschaft (ABG), weil mit Schule und Kindergarten eine für Familien interessante Infrastruktur vorhanden und die Anbindung an die Innenstadt mit dem ÖPNV gut sei. Außerdem zeichne eine Südhanglage diesen Stadtteil aus.

Was dort passieren könnte, zeigte Jutta Gruß-Rinck auf. Sie fing mit dem kleinen Kreisel vor der Schule an: Schmucklos sei er, obwohl er doch so eine Art Zentrum des Stadtteils sei – eine Aufwertung sei dringend notwendig. In weiten Bereichen müsse der Parkraum besser und gefälliger organisiert werden. Die Grünflächen müssten überarbeitet werden. Denkbar sei auch, Fußwege als Abkürzungen zu schaffen.

Vor allem aber müsse der Gebäudebestand deutlich aufgewertet werden, empfahl die Fachfrau. Die fünf Mio. Euro, die die Baugesellschaft in den vergangenen Jahren in die Aufwertung ihre Bestandes an der Mozartstraße gesteckt habe, seien zwar gut angelegtes Geld. Größere Fortschritte seien aber möglich, wenn man auch in die Struktur der Gebäude eingreife, betonte sie.

Grundsätzlich nicht abgeneigt ist Baugesellschafts-Vorstand Joachim Effertz, wenn es um Veränderungen am Breitenhagen geht – weitere Investitionen seien ohnehin geplant. Allerdings gälten für ihn zwei Prämissen, betonte er: Zum einen müssten alle Veränderungen Rücksicht auf die Interessen der vorhandenen Mieter nehmen. Zum anderen sei die ABG ein Unternehmen, Investitionen seien deshalb auf ihre Wirtschaftlichkeit zu überprüfen.

Was das angeht, verwiesen Hamerla und Gruß-Rinck mehrfach auf einen Stadtteil der Stadt Hattingen. Die dortige Südstadt ist wie der Breitenhagen ein durch Mietwohnungen der Nachkriegsjahren geprägtes Viertel, in dem es bis vor einigen Jahren erhebliche Leerstände gab. Dann entschloss sich die Hattinger Wohnstätten eG als Eigentümerin zu einem 65 Mio. Euro teuren Komplettumbau. Inzwischen herrsche nicht nur Vollvermietung, es gebe auch eine Wartelisten von Menschen, die gerne in eine der Wohnungen ziehen möchten, meldet die Hattinger Lokalpresse.

Neben Veränderungen im laufenden Bestand sei am Breitenhaben auch die ein oder andere Neubaumaßnahme sinnvoll, meint das Büro ASS.

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