Brandanschlag in Altena: Nach Erklärungen gesucht

Altena - „Wir hatten irgendwie ein ganz mieses Gefühl“ – so beschrieb ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes am Donnerstag dem Hagener Schwurgericht die Gedanken, die ihm und dem anderen Einsatzkräften durch den Kopf gingen, nachdem am 3. Oktober das Feuer auf dem Dachboden eines von Flüchtlingen bewohnten Hauses im Buchholz gelöscht war.

„Wir konnten uns das einfach nicht erklären“, sagte er angesichts der Tatsache, dass es zwei Brandherde gab, aber nichts, was ein Feuer hätte auslösen können. „Da waren keine Kabel oder so“, berichtete der Einsatzleiter der Feuerwehr.

Der Mitarbeiter der Stadt war mit als erster an der Brandstelle und sah sich dort genauer um. Ein Gang hinters Haus verstärkte den Verdacht, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte: Eine Scheibe der Kellertür war abgetapt und eingeschlagen, der Telefonanschluss unbrauchbar gemacht.

Etwas eher als geplant sei das Haus belegt worden, berichtete der Zeuge. Deshalb sei noch nicht alles fertig gewesen. Zum Beispiel die Brandmeldeanlage: Sie war noch nicht aufgeschaltet, also noch nicht mit der Leitstelle der Feuerwehr verbunden. Trotzdem wären die Flüchtlinge gewarnt worden, wenn der Brand die von ihnen bewohnten Räume erreicht hätte. Dort gab es bereits Brandmelder, die einen akustischen Alarm gegeben hätten.

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In seiner Vernehmung bei der Kripo habe Dirk D. seinen Freund Marcel N. beschuldigt, die Kabel durchtrennt zu haben. Das berichtete der Kripobeamte, der damals das Protokoll schrieb. Die Scheibe hingegen soll D. eingeschlagen haben, sagte N. vor Gericht – er habe sogar noch Klebeband aus seinem eigenen, nahegelegenen Wohnhaus geholt, um ein allzu lautes Klirren zu vermeiden. D. hingegen behauptete in seiner Aussage, die Scheibe sei bereits kaputt gewesen, als sie am Haus ankamen.

Das Gericht legt jetzt eine längere Pause ein. Nächster Verhandlungstag ist der 20. Juni.

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