Notverglasung für das Wahrzeichen der Stadt

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Monteure der Firma Glasmalerei Peters kümmern sich um die Fenster der Lutherkirche

Altena - „Nur ein einziges Fenster muss aufgrund von erheblichen Brandschäden komplett rekonstruiert werden, es ist das Fenster zwölf“, so die Monteure der Paderborner Firma „Glasmalerei Peters, die in dieser Woche für eine Notverglasung an der Lutherkirche sorgen - ein wichtiger Bestandteil der Brandsanierungsarbeiten.

F XI m.O. – Ein kleiner, aufgeklebter Zettel mit Pfeil ist es, der später von großer Bedeutung sein wird. Fenster 11 Mitte, oben – dort wird es nach der Renovierung eingesetzt, das neue Feld. Peter Klassen und Peter Adrian, Monteure der Paderborner Firma „Glasmalerei Peters“ aus Paderborn, gehen mit größter Vorsicht vor.

In dieser Woche nehmen sie die Fenster der Lutherkirche heraus, sorgen für eine Notverglasung und sind mit ihren Arbeiten ein wichtiger Bestandteil der Brandsanierungsarbeiten. Im Uhrzeigersinn sind die herrlichen Fenster des Wahrzeichens der Stadt auf einer Zeichnung eingetragen: Sechs Fenster haben 21 Felder, zwei weitere besitzen 19 Felder, zwei Oberlichter jeweils fünf. „Am Fenster eins ist das Glas zu 80 Prozent zerbrochen“, sagt Peter Adrian, der gerade erst Arbeiten am Paderborner Dom abgeschlossen hat, und jetzt mit seinem Kollegen in einem Hotel in der Burgstadt wohnt. Bis zum Wochenende wollen die Monteure die Arbeiten vor Ort abgeschlossen haben. Dafür klettern sie auf hohe Gerüste in der Lutherkirche und versuchen, den immer noch beißenden Geruch in der Kirche zu ignorieren.

 „Nur ein einziges Fenster muss aufgrund von erheblichen Brandschäden komplett rekonstruiert werden, es ist das Fenster zwölf“, so die Fachleute, die durch die ganze Welt reisen. Die Firma hat sich auf Kirchenfensterprojekte spezialisiert, arbeitet in England, Schottland, USA, Kanada, Indonesien, China und Taiwan. „Aber bisher hatte ich nur einmal mit Brandschäden zu tun“, erzählt Peter Adrian, „das war in Leipzig vor 16 Jahren“. Neben der Umsetzung umfangreicher neuer Kirchenfensterprojekte nimmt die Restaurierung bestehender historischer Fenster breiten Raum der Glasmalerei Peters ein.

Und so sollen die Fenster der Lutherkirche in liebevoller Hand sein, bis sie später – wenn alle anderen Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind – wieder eingesetzt werden. Gläser müssen zum Teil erneuert, Windeisen für die Stabilität sorgen und alter Kitt ersetzt werden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 117000 Euro. Die Lutherkirche in Altena, erst 2007 für 1,1 Millionen Euro renoviert, brannte in der Nacht zum 17. Mai. Bis heute unbekannte Täter hatten sich durch ein aufgebrochenes Fenster Zugang zur Lutherkirche verschafft und die Sakristei verwüstet.

Nach der Tat legten sie ein Feuer am inneren Haupteingang der Kirche. Auch die Orgel im Kirchenschiff wurde durch das Feuer angegriffen. Eine gute Nachricht gibt es aber: „Gott sei Dank müssen die Stahlträger nicht ausgebaut werden“, sagt Baukirchmeisterin Karin Thomas. Und Christa Woschée aus dem Büro Ossenberg-Engels berichtet, dass als nächstes eine Probereinigung der Balken ansteht. Zudem wird die Elektrik zum großen Teil erneuert, da Kabelbündel verschmort sind.

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