Bohrungen kurz vor dem Abschluss

Etwa 60 tiefe Löcher werden gebohrt und anschließend mit Beton verfüllt, damit der Neubau später sicher steht.

Altena - Langsam, aber sicher arbeitet sich das schwere Bohrgerät auf dem Overbeck-Parkplatz in Richtung Kirchstraße vor. Das und die Tatsache, dass nur noch wenig Baustahl auf der Baustelle liegt sind sichere Zeichen dafür, dass die komplizierte Gründung für den Neubau der Berg-Stiftung bald abgeschlossen ist.

Eigentlich müsste es Neubauten heißen: Wie die Skizze auf Melchior Ossenberg-Engels Büro OE Plan zeigt, entstehen an dieser Stelle zwei drei- bis viergeschossige Gebäude, die durch eine Gasse voneinander getrennt sind – sie verbindet die Bungern mit der Kirchstraße und soll für Fußgänger offen bleiben.

In erster Linie schafft die Berg-Stiftung durch ihr Projekt zusätzlichen Wohnraum: 20 bis zu 100 Quadratmeter große und weitestgehend barrierefreie Wohnungen sind geplant. Fördermittel nehmen die Bauherren ganz bewusst nicht in Anspruch: Es gebe im Innenstadtbereich einen Bedarf an frei finanzierten Wohnungen, sagten Kuratoriumsvorsitzender Olaf Berg und Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein bei der ersten Vorstellung des Bauvorhabens. Zielgruppe sind damit zum Beispiel Rentner mit gutem Einkommen, für die beispielsweise die Altenwohnungen im benachbarten Berg-Haus mangels eines Wohnberechtigungsscheins nicht in Frage kommen. Ausdrücklich betont Berg, dass es sich nicht um eine reine Seniorenwohnanlage handele. Auch Familien seien als Mieter willkommen. Dass es sich um eher höherwertige Wohnungen handelt wird durch die Tatsache unterstrichen, dass jede von ihnen einen Balkon oder eine Dachterrasse haben wird.

„Im siebenstelligen Bereich“ – das ist alles, was die Stiftung zu den Baukosten sagt. Wichtig ist ihr, dass das Geld in der Region bleibt: Die ersten Vergaben sind gelaufen, oft kamen heimische Unternehmen zum Zug.

Der Neubau schließt eine Baulücke, die vor über drei Jahrzehnten im Zuge der Stadtsanierung entstand und seitdem als Parkplatz genutzt wurde – der Bebauungsplan sah aber stets eine Bebauung vor. Die Stadtplanerin Jutta Gruß-Rinck forderte bei der Arbeit am Stadtentwicklungskonzept vehement, an dieser Stelle den ursprünglichen Stadtgrundriss wieder herzustellen. Die Gründungsarbeiten waren so nicht geplant – durch sie verzögert sich die Fertigstellung der Wohnungen, für die es bereits Interessenten gibt. Sie können voraussichtlich im Spätsommer kommenden Jahres einziehen. - Von Thomas Bender

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