So ein Archiv haben die wenigsten Schulen

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Stadtarchivarin Monika Biroth blättert in einer Schülerliste aus dem Jahr 1871.

Altena - „Es ist selten, dass ein Schularchiv so umfangreich und so gut erhalten ist wie dieses.“ Bis 1871, also zur Zeit der deutschen Reichsgründung, reichen die Unterlagen zurück, die im Keller des Burggymnasiums eingelagert sind. Seit 2013 gehören die Dokumente organisatorisch zum Stadtarchiv und werden von Stadtarchivarin Monika Biroth verwaltet.

Stolze 145 Jahre sind die ältesten Dokumente im Schul-Archiv des Burggymnasiums alt. Monika Biroth ist begeistert von der großen und gut gepflegten Sammlung. „Üblicherweise sind in Schulen maximal die Schulchroniken verwahrt, aber ich vermute mal, dass das Interesse der Schulleiter des Burggymnasiums da gewesen ist, alles aufzuheben“, sagt Biroth. 

Zu den Unterlagen gehören nicht nur die des Jungengymnasiums, sondern auch die des ehemaligen Lyzeums, der Mädchenschule Altenas. Darunter sind unter anderem Schülerlisten, Abiturarbeiten und Zeugnisse sowie Akten zum Schulleben und zu Lehrern. So kann man zum Beispiel über die Vereidigung eines Lehrers im Jahr 1879 nachlesen. Auch in den Schuljahresberichten und Unterrichtsplänen kann geblättert werden.

„Das ist hoch interessant. Dies und auch die Arbeiten der Schüler sind natürlich tolle Zeitdokumente. Daran sieht man, wie sich die Schulgeschichte und die Unterrichtsthemen verändert haben“, findet Biroth. Besonders interessant seien dabei die Unterlagen aus der Zeit des Ersten und des Zweiten Weltkrieges. „Aus dieser Zeit haben wir zahlreiche Dokumente hier“, weiß die Stadtarchivarin.

Den Schülern stünden die Informationen in vollem Umfang zur Verfügung. „Sie können einen Termin mit mir oder Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper machen und dann unter Aufsicht das Archiv nutzen“, erklärt Monika Biroth. Seit zwei Jahren können die Schüler anstelle einer Facharbeit ein Projekt über das Burggymnasium machen – und haben durch die sorgsame Erfassung aller Daten eine umfangreiche Informationsquelle im Schul-Archiv.

Bei Bedarf digitalisiert Biroth auch einzelne Unterlagen. „Das mache ich aber nur, wenn jemand etwas ganz Bestimmtes benötigt.“ Dann holt sie die Dokumente in der Schule ab und scannt sie im Stadtarchiv. „Es ist aber nicht alles digitalisiert.“

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