60 Bieter für Gebi-Maschinen

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Tim Steinfels, Händler aus Hamburg, hat die Bieternummer fünf. Die jüngste Maschine des Betriebs, eine Gewindewalzmaschine des Typs „AF 14“, gehört nun ihm.

Altena - Bereits seit 10 Uhr besichtigt Tim Steinfels die Produktionshallen der Firma Gebi – ehemals Bierbach. 30 Maschinen stehen auf seiner Interessen-Liste. Von jeder macht der Hamburger Händler mit seinem Smartphone zwischen drei und fünf Fotos. „Für einige Maschinen werde ich wohl einen Zuschlag bekommen. Die Fotos mache ich bereits jetzt, damit ich die betreffenden Produkte direkt im Internet anbieten kann.“

In den betagten Industriehallen an der Werdohler Straße herrscht ungewohnt reger Betrieb. Seit Wochen wird dort nicht mehr gearbeitet. Rund 60 Geschäfts- und Privatleute, die Interesse an den rund 150 Maschinen haben, sind vor Ort, um an der Versteigerung teilzunehmen.

Bereits seit 10 Uhr sind die Türen der Firma geöffnet. Die potentiellen Käufer hatten somit drei Stunden, um sich die Maschinen vor der Auktion genau anzusehen. Auch Viktor Krahn, Produktionsleiter der Firma Nedschroef, nutzt diese Gelegenheit: „Wir haben bereits im Vorfeld eine Auswahl an Maschinen erstellt, die uns interessieren. Anschließend wurde das Budget festgelegt. Den Besichtigungstermin nutzen wir, um die Geräte vor Ort zu checken. Manche Dinge erkennt man auf Fotos einfach nicht“, so Krahn. Auf seinem Wunschzettel stehen vor allem verschiedene Pressen und Walzen.

Pünktlich um 13 Uhr betritt Auktionsleiter Bernd Rosemeyer das Podest, das spontan aus zwölf Europaletten zusammengebaut wurde. Rund 60 Personen sitzen vor ihm, verteilt auf 25 Holzbänken. Jeder berechtigte Bieter hält eine Nummer in seiner Hand.

Bis zu 15. 000 Euro können in bar bezahlt werden. Höhere Geldwerte werden per Scheck beglichen. Für den Nachweis der Liquidität muss man bei der Anmeldung eine Scheckbestätigung seiner Bank vorlegen. Das abgegebene Gebot ist übrigens nicht der Endpreis, den Käufer zahlen müssen. „Zum Schlussgebot werden 15 Prozent Verkäuferprovision addiert. Auf diese Summe kommen noch einmal 19 Prozent Mehrwertsteuer“, erklärt Bernd Rosemeyer.

Tim Steinfels sitzt acht Bankreihen von Rosemeyer entfernt. Bei vielen Produkten streckt er seinen Bieterzettel mit der Nummer fünf in die Höhe, oftmals bekommt er den Zuschlag – auch für die „jüngste“ Maschine der Versteigerung aus dem Jahr 2000: Der Startpreis für die Gewindewalzmaschine des Typs „AF 14“ liegt bei 15.000 Euro, die Maschine wechselt nach mehreren Geboten den Besitzer

Jeder Käufer ist für den Transport des gekauften Artikels selbst verantwortlich: „Um Lkw, Stapler und weitere Gerätschaften muss sich der Käufer selber kümmern. Im Idealfall sollten die Maschinen in der nächsten Woche abgeholt werden“, so Bernd Rosemeyer.

Manche Gegenstände gehen an diesem Donnerstagnachmittag jedoch nicht über den Auktionstisch. Zum Beispiel die Listenplätze 36 und 37. „Aus der Erfahrung weiß ich, dass Drehtrommeln nicht mehr oft gekauft werden“, vermutet Rosemeyer zuvor.

Seine Erfahrung soll sich bestätigen: Beide Drehtrommeln, mit einem jeweiligen Startgebot von 200 Euro, bleiben vorerst in Bank-Besitz. „Es wird im Internet eine Reste-Liste geben, auf der die nicht verkauften Gegenstände zu finden sind“, erklärt der Auktionsleiter.

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