43-jähriger Altenaer muss in die „Geschlossene“

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Kohlberghaus-Bewohner wird in die "Geschlossene" eingewiesen.

Altena - Ein 43-jähriger ehemaliger Bewohner des Kohlberghauses wird nicht nach Altena zurückkehren. Andreas Behrens, Vorsitzender Richter der 3. großen Strafkammer des Landgerichts Hagen, verkündete am Montag den Beschluss über die Einweisung des schwerkranken Mannes in eine geschlossene psychiatrische Klinik.

Das Gericht folgte damit den Anträgen von Staatsanwalt und Verteidigerin. Am Sinn einer möglichen Alternative, der Einweisung in eine Entziehungsanstalt für eine umfassende Drogentherapie, hatte schon der psychiatrische Gutachter gezweifelt: „Das ist völlig hoffnungslos.“ Er hatte dem 43-Jährigen noch eine gewisse Einsichtsfähigkeit in das Unrecht seiner Taten zugebilligt – seine Steuerungsfähigkeit sei aber stark eingeschränkt.

Gefährliche Körperverletzungen 

„Die Taten sind Ausfluss der Krankheit des Beschuldigten“, stellte der Vorsitzende fest und zählte noch einmal die (teilweise gefährlichen) Körperverletzungen auf, die dem Sicherungsverfahren zugrundelagen. So blieb nur die Einweisung in die „Geschlossene“ – eine Unterbringung, die dem 43-Jährigen einzig die Perspektive bietet, sich nicht sofort umzubringen durch irgendwelche verschluckten Gegenstände. 

„Die Unterbringung, die normalerweise ein sehr gravierender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte ist, ist die einzige Möglichkeit, das Leben des Beschuldigten zu schützen“, stellte der Richter fest. 

Hohe Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten

Das war aber nicht der einzige Grund für die Einweisung: Auch die Kammer sah eine hohe Wahrscheinlichkeit weiterer gravierender Straftaten des 43-Jährigen von Raubüberfällen zur Finanzierung seiner Drogensucht bis zu Sexualstraftaten. 

Aufmerksam hatten die Richter die Berichte entgegengenommen, dass der 43-Jährige immer häufiger auch durch das „Begrabschen“ von Pflegepersonen auffalle. Werde er freigelassen, sei es nur dem Zufall überlassen, mit welchen gefährlichen Gegenständen er auf andere Menschen losgehe. Sein „Werte- und Persönlichkeitsgefüge“ sei „völlig zerrüttet“. „In Freiheit wäre er unfähig, werte- und normenorientiert zu handeln.“ Die Krankheit führe zu einer umfassenden Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen Menschen: Der 43-Jährige habe nur die eigene Bedürfnisbefriedigung vor Augen, hatte der Gutachter erklärt.

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