Wieder 325 Altenaer weniger

Symbolfoto

Altena - Jahr für Jahr mit Spannung erwartet wird die Landesstatistik über die Bevölkerungsentwicklung in Altena. Am Montag kamen die Zahlen: NRW wächst so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr, mit Altena geht es einwohnermäßig weiter bergab.

17 270 Menschen lebten nach Angaben der Statistiker Ende 2014 in der Burgstadt. Das waren 325 weniger als im Jahr zuvor – ein Rückgang von 1,85 Prozent, wie Stadtkämmerer Stefan Kemper flugs ausrechnete. Im Jahr davor war der Rückgang mit 1,5 Prozent geringer, im Jahr 2010 hingegen betrug er beängstigende 2,6 Prozent. Die 1,85 Prozent des Jahres 2014 liegen aber nach wie vor deutlich über dem Kreisdurchschnitt (- 0,6 Prozent).

Flüchtlinge zählen mit

Die Bevölkerungsentwicklung werde durch Wanderungsbewegungen beeinflusst, schreibt das statistische Landesamt, ohne explizit das Wort Flüchtlinge zu benutzen. Die gelten als Einwohner, sobald sie registriert sind. Die rund 50 Asylbewerber, die 2014 nach Altena kamen, sind also in der Einwohnerzahl enthalten. Vier Faktoren beeinflussen die Statistik. Da sind zum einen die Geburten und Sterbefälle. Zahlen aus 2014 liegen dazu noch nicht vor, in den Jahren davor hat sich aber gezeigt, dass es in der Burgstadt seit 2010 ziemlich konstant etwa doppelt so viele Todesfälle wie Geburten gibt.

Mehr Dynamik zeigen die Zahlen der Zu- und Fortzüge. 2010 fanden 639 Menschen in der Stadt Altena ihre neue Heimat, gleichzeitig kehrten ihr 996 den Rücken – machte ein Minus von 357 Menschen. Dieser Wert ist seitdem deutlich zurückgegangen. 2013 lag er bei minus 147. Ob die Angaben der Statistiker tatsächlich mit der Wirklichkeit übereinstimmen, ist umstritten. Die Fortschreibung der Bevölkerungsstatistik beruht nämlich auf Ergebnissen des Zensus 2011 und damit auf statistischen Berechnungen und nicht auf konkreten Zählungen. Dieser Zensus führte dazu, dass die Einwohnerzahlen mancher Kommune deutlich nach unten korrigiert wurde. Dazu gehört Altenas Nachbarstadt Hemer.

Zensus sorgt für Verwirrung

Bis vor zwei Jahren galt die als eine der wenigen im Kreis, deren Einwohnerzahl konstant bis steigend war. Die durch den Zensus bedingte Korrektur nach unten trifft Hemer finanziell hart, deshalb schloss sich die Nachbarkommune mit anderen Zensus-gebeutelten Städten wie Unna zusammen, um gegen das Verfahren zu klagen. Auch zwischen 2013 und 2014 verlor Hemer laut der Landesstatistik überdurchschnittliche viele Einwohner – das sei aber auf einen verwaltungsinternen Fehler bei der Eingabe der Daten von in Deilinghofen untergebrachten Flüchtlingen zurückzuführen und werde korrigiert, sagte Stadtpressesprecher Marc Giebels gestern auf Anfrage. Nach seinen Angaben ist Hemers Einwohnerzahl „stagnierend“. Zuwächse gab es im Märkischen Kreis lediglich in Nachrodt-Wiblingwerde, Balve und Kierspe.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare