Verkauf von VDM Metals

Betriebsrat spricht offen von Vertragsbruch

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Ralf Springob rief die VDM-Mitarbeiter zum Protest gegen einen Verkauf ohne Mitwirkung des Betriebsrats auf.

Altena - Unter der Belegschaft von VDM Metals herrscht Unruhe: Am Donnerstag treffen sich Mitarbeiter aller Unternehmensstandorte in Unna, um mehr über den bevorstehenden Verkauf des Unternehmens zu erfahren.

Von Thomas Bender

Ralf Springob, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, sagte am Mittwoch bei einer Versammlung im Werk Altena, ein Vorvertrag stehe unmittelbar vor der Unterschrift. Er warf der Konzernleitung von ThyssenKrupp in diesem Zusammenhang Vertragsbruch vor.

Wer der Vertragspartner sein soll, wollte Springob nicht sagen. Im Werdohler Firmensitz hieß es indes bei einer Parallelveranstaltung, dass der amerikanische Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel der Kaufinteressent sei.

Zum Hintergrund: 2012 wurde VDM aus dem ThysssenKrupp-Konzern ausgegliedert und an den finnischen Edelstahlhersteller Outokumpu verkauft. In diesem Zusammenhang verlangte die EU aus kartellrechtlichen Gründen, dass sich Outokumpu VDM von ihrer italienischen Tochterfirma AST trennen müsse.

Da sich dafür kein Käufer fand, wurde der Verkauf 2014 rückabgewickelt. VDM Metals ging damit wieder an ThyssenKrupp. Die Konzernspitze stellte aber sofort klar, dass sie weiter den Verkauf plane.

Dem Betriebsrat wurden erhebliche Mitspracherechte eingeräumt. Es sei vertraglich geregelt, dass ein Verkauf ohne Zustimmung einer von Arbeitsnehmervertretern und Gewerkschaftlern besetzten Steuerungsgruppe nicht erfolgen dürfe, sagte Springob vor den Mitarbeitern des Werks Altena.

Dabei gehe es natürlich um die Sicherung aller Standorte und die Besitzstandswahrung der Beschäftigten. Weil ein potentieller Investor entsprechende Zusagen nicht habe machen wollen, habe man die Verhandlungen mit ihm in der vergangenen Woche platzen lassen.

„Wenn jetzt hinter unserem Rücken ein Vorvertrag unterschrieben wird, dann ist das eine Riesensauerei“, sagte Springob. Er forderte seine Kollegen auf, das nicht widerstandslos hinzunehmen. „Wir müssen für unsere Rechte kämpfen“, sagte er – und zwar notfalls auch vor der Konzernzentrale

Die Pressestelle von ThyssenKrupp gab am Mittwoch keinerlei Kommentar ab.

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