Besondere Hilfestellungen für Flüchtlinge im ESBK und im Hallenbad

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Einige der Kinder, die anfangs gar nicht schwimmen konnten, bekamen am Mittwoch ihre Seepferdchen-Auszeichnung.

Altena - Große Fortschritte machen die Schüler der Förderklasse von Lehrer Fabian Kunde am Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs – mittlerweile können die Jugendlichen ihren Alltag selbst meistern. Im Hallenbad bekamen derweil in den vergangenen Wochen mehrere Flüchtlingskinder das Schwimmen beigebracht.

„Keines der Mädchen und Jungen konnte zu Beginn des Kurses schwimmen, aber mittlerweile bewegen sich viele wie ein Fisch im Wasser“, sagte Regine Koopmann bei der letzten Schwimmkurs-Stunde des Stellwerks für Flüchtlinge im Dahler Hallenbad. Zusammen mit Kyra Leweke und Ursula Möhling hatte sie über viele Wochen den Schwimmkurs angeboten, an dem bis zu 18 Flüchtlingskinder teilnahmen.

„Wir haben aber auch sehr viel Hilfe von außen bekommen, da haben alle an einem Strang gezogen, sonst hätte das niemals so wunderbar funktioniert“, ergänzte Ursula Möhling. So sei das gesamte Hallenbad-Team, inklusive Schwimmmeister Uwe Wagner, durchgehend involviert gewesen. Zudem verzichteten die Stadtwerke Altena auf die Eintrittsgebühren – und viele Bürger hatten im Vorfeld mit Handtuch- und Badehosenspenden dafür gesorgt, dass der Kurs überhaupt stattfinden konnte.

Ursula Möhlings Mann Dietrich übernahm zudem den Fahrdienst und sorgte so dafür, dass die Kinder immer rechtzeitig am Dahler Hallenbad waren. „Man muss auch die Toleranz der Menschen eindeutig loben. Die Kurse fanden immer zu öffentlichen Schwimmzeiten statt, aber niemand, der hier seine Bahnen ziehen wollte, hat gemeckert“, erzählte Möhling.

Es habe sogar Anfeuerung und aufmunternde Worte für die Kinder gegeben. Diese können nun nicht nur schwimmen – acht von ihnen schafften durch den Kurs sogar die Seepferdchen-Auszeichnung. Diese sollen zukünftig die Wasser-Karriere bei der SSG oder dem Verein Gut Nass fortsetzen dürfen.

„Wir stehen mit den Trainern der Vereine im Gespräch und haben bereits Zusagen bekommen“, so Koopmann. Ob es in der neuen Hallenbad-Saison, eventuell ob November, einen weiteren Schwimmkurs geben wird, steht aber noch in den Sternen.

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Besondere Hilfestellungen für Flüchtlinge in Altena

„Anfangs haben wir uns nur mit Händen und Füßen verständigen können, aber mittlerweile diskutieren wir fast alles auf deutsch. Bei schwierigen Fragen wird ab und an auch Englisch oder Französisch als Hilfe genutzt“, sagt Fabian Kunde.

Er betreut – zusammen mit Siegrid Walder – die mittlerweile 19 Flüchtlinge, die seit Anfang März im ESBK fünf Mal die Woche zum Unterricht kommen. Gestartet war die internationale Förderklasse mit 14 Schülern.

„Eigentlich sollten es maximal 18 Schüler sein, aber bei Anfragen, auch zum Teil aus Lüdenscheid, haben wir niemanden abgelehnt“, so Kunde. Erfreulich sind für ihn, dass die Schüler alle weiterhin hochmotiviert an seinem Unterricht teilnehmen, aber auch privat viel Engagement ins Lernen stecken.

So merke man von Woche zu Woche, wie die Flüchtlinge sich merklich verbessern, zumal die deutsche Sprache mit der Grammatik eine sehr anspruchsvolle Sprache sei. Zudem gebe es auch viele witzige Momente beim interkulturellen Austausch: „Man muss den Schülern auch die Feiertage, die sich nicht kennen, erklären. Die freuen sich dann nicht, dass der Unterricht ausfällt, sondern sind eher traurig, dass der Unterricht nicht stattfindet“, erzählt Kunde und grinst.

„Wir versuchen den Unterricht sehr praxisnah – auch mit Fotos und Videos – zu gestalten. Dazu gehört auch viel Arbeit in Kleingruppen, so dass wir uns besser um die Schüler kümmern können. Frontalunterricht vermeiden wir“, erklärt Kunde.

Hilfe bekommen die Pädagogen auch von Schulpaten, die den 18 Schülern aus anderen Klassen des Berufskollegs zugeteilt wurden: „Die sind, neben uns Lehrern, für die Förderschüler die ersten Ansprechpartner bei allen möglichen Fragen und geben Hilfestellung.“

Mit dem zunehmend besser werdenden Wetter wollen Kunde und Walder auch viel mehr Aktivitäten mit den Förderschülern an der frischen Luft unternehmen. So ist geplant, dass die Lehrer mit den Schülern bei Besuchen von Supermärkten und einem Ausflug zur Burg Altena ganz praxisnah die Alltagssituationen üben, so dass die Schüler noch mehr Sicherheit im Sprachgebrauch bekommen.

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