Bergfried wird saniert / Arbeiten im Zeitplan

Wahrzeichen der Burg Altena hat bald ein neues Schieferdach

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In luftiger Höhe sind Facharbeiter dabei, den Bergfried der Burg Altena neu einzudecken.

Altena - Der Blick vom Bergfried ins Tal der Lenne ist atemberaubend. Er wird kaum getrübt durch das grüne Sicherungsnetz, das die Mitarbeiter der Dachdecker-Firma Tscheschlog 35 Meter hoch über dem Burghof noch einmal besonders schützen soll. Sie sind seit Mai damit beschäftigt, das Dach neu mit Naturschiefer einzudecken.

Rund 220.000 Euro kostet diese Maßnahme – 90 Prozent der Summe übernimmt der Bund. Den Rest muss der Märkische Kreis als Eigentümer der Burg Altena selbst aufbringen. 

Weil die Sanierung im geplanten Zeitrahmen liegt, sollten die letzten Gerüste am Montag, 18. Juli, verschwinden. Das ist zumindest nach Auskunft von Ilona Gruß vom Gebäudemanagement des Kreises bisher so vorgesehen. Alle Arbeiten wurden natürlich mit der unteren und oberen Denkmalbehörde abgestimmt - ein absolutes Muss bei einem Bauwerk vom Charakter der Burg Altena. 

Mit dem Bauaufzug geht es täglich fast 30 Meter hoch.

Schwindelfrei müssen alle Mitarbeiter der beauftragen Firma Tscheschlog schon sein. Besuchern an ihrem luftigen Arbeitsplatz ist das nicht immer gegeben. Und so hat es der Baustellenbesuch in luftiger Höhe schon ein wenig in sich. Schweißperlen treten auf die Stirn und erst dieses mulmige Gefühl in der Magengegend... 

Vermutlich rührt es von den sanft schwingenden Bohlen und den schmalen Treppen, die zu erklimmen sind, bevor der Besucher den Facharbeitern über die Schulter schauen kann. „Wir fahren jeden Tag mit dem Bauaufzug 28 Meter an der Außenwand des Turmes empor“, erzählt ein Dachdecker und schmunzelt. 

„Berufsalltag“ - eher selten nimmt er bewusst den Blick auf die in der Sonne glänzende Lenne unten im Tal wahr, die sich malerisch durch Altena schlängelt oder die Kinder, die verkleidet als Gespenster im Burghof spuken. 

Die Sanierungsarbeiten selbst starteten erst, als Statiker hinzugezogen worden waren. Die ordneten an, dass im Innenraum des sanierungsbedürftigen Turmdachs Stützen und Halterungen verbaut werden mussten. Sie tragen das 35 Meter hohe Gerüst. 

Neues Schieferdach für ein Altenaer Wahrzeichen

So etwas kann nicht jede Firma umsetzen. Der Kreis beauftragte deshalb ein Unternehmen, das auf Höhengerüste spezialisiert ist. Vier Mitarbeiter von Tscheschlog sind täglich auf der Baustelle und haben alle Hände voll zu tun. 

Eher Nebenprodukt der Sanierung des Daches: Auch die alte Wetterfahne, die durchgerostet war, wurde instand gesetzt. „Sie hat historischen Wert“, sagt Ilona Gruß, die froh ist, auch dieses Kleinod jetzt wieder in einem ordnungsgemäßen Zustand vorzufinden. 

Die Bauarbeiten selbst hatten im großen und ganzen kaum Auswirkungen auf den Publikumsverkehr auf der Burg. Ilona Gruß: „Lediglich eine Etage im oberen Turmsektor musste gesperrt werden.“ Auf dem Steildach, so nennt man das Dach des Bergfrieds in der Fachsprache, wurde Naturschiefer verbaut. Der ist nicht nur schön, er hält auch viele Jahrzehnte.

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