Angler helfen sich selbst

Mitglieder der Fischereigenossenschaft haben sich am Dienstagnachmittag einen Eindruck von der Anlage verschafft.

Altena - Die Zahlen klingen überaus beeindruckend: Über 400 000 Forellen, fast eine halbe Million Tiere, können im neuen Bruthaus der Interessengemeinschaft der Lennetaler Sportfischereivereine herangezogen werden.

Den Platz für die neue Anlage haben die Stadtwerke auf einem Gelände unterhalb der Fuelbecker Talsperre zur Verfügung gestellt. Für die Mitglieder der Fischereigenossenschaft war das Bruthaus am Dienstagnachmittag ein interessantes Ziel, liegt den Mitgliedern doch viel daran, dass die Lenne als fischreiches Gewässer attraktiv bleibt. Die Genossenschaft hat in der Vergangenheit immer mal wieder den Ankauf von Fischbrut unterstützt. Dann wuchs innerhalb der Interessengemeinschaft die Idee, die Tiere selber heranzuziehen und ihnen ein Leben in heimischen Gewässern zu ermöglichen.

Nur einer, besser gesagt um die 150, funken da immer wieder dazwischen: Die Kormorane, die sich im Gebiet zwischen Teindeln und der Stadtgrenze nach Nachrodt niedergelassen haben. Als nicht einheimische Tierart stellen sie mittlerweile ein massives Problem dar und haben etwa die Bestände der Äsche schwer dezimiert. So schwer, dass der Fisch im Moment nicht geangelt werden darf. Michael Plata, Vorsitzender des Vereins „Früh auf Altena“, erinnert sich in diesem Zusammenhang an bedeutend bessere Zeiten. „Die Lenne galt einmal europaweit als eines der besten Äschengewässer überhaupt.“ Bis Anfang der 1990er Jahre konnte man von diesem Status profitieren – dann begannen die Probleme mit den Kormoranen. „Etwa 800 Gramm Fisch verleiben die sich täglich ein“, berichtet Plata. In den Äschen fänden die Kormorane einen idealen Futterfisch. „Der Schwarm bleibt stehen.“ In der neuen Brutstation will die Angler-IG deshalb demnächst auch daran gehen gehen, Äschen aufzuziehen. Das bedeute aber noch mehr Arbeit als bei Forellen, weiß der Fachmann. „Das wird eine harte Nuss“.

Zwischen Weihnachten und Neujahr haben die Angler zum ersten Mal Forelleneier bezogen – übrigens vom „Lennestamm“. Dann begann die eigentliche Aufzucht: Drei Monate lang mussten sich je zwei Mitglieder drei Mal in der Woche für vier Stunden mit der Brutpflege beschäftigen. Dann waren die Jungforellen so weit, dass sie in den von der IG gepachteten Lennegewässern und an der Fuelbecke ausgesetzt werden konnten. Die Brutstation ist für die zehn Vereine der Lennetaler IG im Übrigen eine recht teure Anschaffung gewesen. Obwohl gebraucht, mussten einschließlich der Blockhütte rund 12 000 Euro aufgewendet werden.

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