Fehler nicht zu reparieren

Andreas Christian Beck: Halbzeit als Werkstatt-Stipendiat

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„Noch bin ich 29 Jahre alt. Aber bereits in Kürze feiere ich meinen runden Geburtstag“, sagt Andreas Christian Beck. Er arbeitet gern unter den Augen der Öffentlichkeit in seinem Atelier an der Lennestraße 48. Häufiger Schwerpunkt: Druckgrafik.

Altena - Längst hängen Druckgrafiken der Burg Altena an den Wänden des Ateliers von Andreas Christian Beck. „Die Leute hier lieben einfach dieses Bauwerk“, sagt der Stipendiat der Werkstatt Altena und hat sich ein bisschen darauf eingestellt. „Ich habe den Eindruck, hier, an der Lenne, mag man eher gegenständliche als zu abstrakte Darstellungen.“

Das sei keine Kritik an den Burgstädtern, schiebt der junge Mann, der aus dem Großraum Stuttgart kommt, sofort nach. In diesen Tagen hat er mit seinem 2016er-Altenaer Werkstatt-Stipendium „in etwa Halbzeit“, wie er sagt. Er habe sich, seit er die Chance erhielt hier zu wohnen und frei zu arbeiten, „hier sehr wohl gefühlt.

Ich habe Kontakte geknüpft, mich akklimatisiert, meine Arbeit macht Spaß.“ Apropos Arbeit: Daran, und das war dem bereits vielfach mit Kunstpreisen ausgezeichneten jungen Mann wichtig, „lasse ich gerne die Menschen direkt teilnehmen.“ So hat sein Atelier auf Zeit, das ihm die Werkstatt zur Verfügung stellte, an der Lennestraße 48 ein großes Fenster. „Wenn ich arbeite, kommen schon mal Passanten rein, schauen sich um und suchen den Kontakt“, sagt er. 

Ausschnitt aus einem Werk, das erst kürzlich in Altena entstand.

Nein, niemand würde ihm im Wortsinne die „Bude einrennen, das wäre wohl übertrieben“, aber, es funktioniere. Sein künstlerisches Spektrum ist breit gefächert: Hochdruck, Radierung, Lithographie, Glaskunst und Zeichnung - „damit ist nicht einmal alles abgedeckt.“ Zeichnung, da war doch etwas? „Ich habe mit einem halben Dutzend Interessierter kürzlich eine Zeichenstudie in der Dechenhöhle angeboten und durchgeführt. Das hat sowohl den Teilnehmern als auch mir viel Freude bereitet“, erzählt der junge Mann.

Beim Drucken mit der Handpresse schauen dem Künstler oftmals Gäste zu.

Jetzt stehen Arbeiten mit Schülern des Burggymnasiums (BGA) an. Das kommt ihm im Grunde sehr entgegen. Denn in Stuttgart studierte Beck Kunsterziehung, Freie Kunst und Kunstgeschichte in der Kombination mit Gymnasialpädagogik. „Ich könnte Lehrer werden“, sagt er lachend... Druckgrafik habe sich in Altena zu einem Schwerpunkt entwickelt. Doch er müsse auch Acht geben. 

"Wer in dieser Technik arbeitet, muss aufpassen. Fehler sind nicht zu reparieren. Damit muss man umgehen können.“ Wenn er Ende des Jahres die Stadt verlässt, wird etwas bleiben: Nicht nur der obligatorische Jahreskalender mit 12 verschiedenen Werken des jungen Mannes. Er wird noch eine Abschluss-Ausstellung bestücken und in Höhe des Finanzamtes am Winkelsen ein Bild an und in einer Autobushaltestelle gestalten. „Neugierig?“, fragt er etwas spitzbübisch. „Das wird gut, glauben Sie mir. Es wird den Altenaern gefallen!“

www.a-chr-beck.de

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