Windräder beinahe schon ein Affront

Windkraft auf dem Kohlberg? Das ist für Altenas Kommunalpolitik undenkbar (Symbolbild)

Altena - Das „hervorragende Verhältnis“ zur Nachbarstadt Neuenrade lobte am Montagabend im Rat Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, um dann Tacheles zu reden: Gegen die Neuenrader Pläne, auf dem Kohlberg sechs bis zu 200 Meter hohe Windräder zu errichten, werde sich Altena notfalls auch vor Gericht zur Wehr setzen.

Dass das Thema die Bürger in Evingsen und Dahle bewegt, zeigte die vergleichsweise hohe Zahl von Zuhörern im Ratssaal. Die windkraftkritischen Zuschauer konnten mit ihrer Kommunalpolitik zufrieden sein: Einstimmig gab der Rat grünes Licht für jene von der Verwaltung empfohlene Stellungnahme, die die Anlagen aus Gründen des Landschaftsschutzes ablehnt und auch auf die Beeinträchtigung der Naherholungsfunktion und auf die Gefahr für Vögel und Fledermäuse hinweist (AK berichtete).

Es könne doch nicht sein, dass die Wacholderheide in dem Gebiet mit Mitteln der NRW-Stiftung erweitert werde, um dann gleich daneben riesige Türme zu errichten, sagte Hollstein.

„Fast schon ein Affront“ seien die Neuenrader Pläne, schimpfte der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Scholz. Er erinnerte daran, dass die Regionalplanung den einzigen sinnvollen Windkraft-Standort auf Neuenrader Gebiet im Raum Affeln/Altenaffeln sieht und dass die Windräder erst dort vorgesehen waren. Jetzt sei dort ein Neubaugebiet geplant. Scholz: „So einfach kann man es sich doch nicht machen“.

Immerhin: Ein kleiner Lichtblick sei es, dass Neuenrades Bürgermeister Toni Wiesemann zugesagt habe, den Altenaern die Pläne zu erläutern. Diese Bereitschaft wurde von Lutz Vormann (SPD) begrüßt. Gleichzeitig bezeichnete er es als „bedenklich“, dass die Neuenrader Pläne nicht im Einklang mit der übergeordneten Regionalplanung stünden. Hier sei dringend auch ein Statement der Bezirksregierung gefordert.

Die Ortsvorsteher Helmar Roder (Dahle) und Thomas Schmitz (Evingsen) werden sich jetzt darüber verständigen, ober es zwei getrennte oder eine gemeinsame Bürgerversammlung zu diesem Thema geben wird. Helmar Roder, der bereits an mehreren Ortsterminen teilgenommen hat („da blieben viele Fragen offen“), machte die Dimension der von Neuenrade geplanten Anlagen deutlich: Der Quitmannsturm mit seinen 17 Metern sei angesichts der geplanten Höhe der Windräder „im Vergleich sowas ähnliches wie der Kopf eines Streichholzes“.

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