Altenas Drahtfirmen auf der wire

Der Branche geht es blendend

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In den von den Chinesen belegten Hallen herrschte gähnende Leere, während Altenas Drahtanbieter sich über ein reges Interesse potenzieller Kunden freuten

Altena - „Tut mir leid, es sind gerade alle Mitarbeiter im Gespäch“ – nicht nur bei der Künne-Gruppe, sondern bei EDD, Lüling und all den anderen Drahtfabrikanten aus Altena war es am Mittwoch, 6. April,  schwierig, an Auskünfte zu kommen.

Ausgesprochen positiv sei die Resonanz bei der wire 2016, sagten übereinstimmend alle Aussteller. Der Messeauftakt am Montag war eher verhalten – in dieser Einschätzung waren sich fast alle Aussteller einig. Ab Dienstag zog das Interesse dann deutlich an. Fast alle Drahthersteller nutzen die Messe, um bestehende Kontakte zu Kunden und Lieferanten zu pflegen: „Von unseren 20 Top-Kunden treffen wir hier 18“, berichtete Fritz-Uwe Finkernagel. Es habe aber auch zahlreiche vielversprechende Kontakte zu potenziellen Neukunden gegeben, hieß es bei der Firma Diedrich Hesse.

Akrobatik am Lüling-Stand

Was wird Lüling diesmal bieten? Diese Frage stellt sich vor jeder wire. Die Überraschung am Stand hieß in diesem Jahr Andrea Engler und war ausgesprochen gelenkig. Sie zeigte Akrobatik am Tuch und mit dem Reifen. Das passe gut zum Lüling-Slogan „Together in motion“ (Zusammen in Bewegung), meinte Peter Wilm Schmidt. Bei Finkernagel zeigte auch in diesem Jahr ein Modell das berühmte Drahtkleid. Außerdem hatte die Firma die Schmuckdesignerin Birgit Karavasilis verpflichtet, der man bei der Anfertigung von Ringen und Ketten über die Schulter schauen konnte – gute Kunden durften eines ihrer Schmuckstücke mit nach Hause nehmen. Die vom Hofe-Gruppe überraschte mit einem völlig neuen Stand-Design, das das von der Hagener Agentur artez neu entwicklete corporate design des Unternehmens aufgriff.

Altenas Drahtfirmen auf der wire

 „Thinking about wire“ (Nachdenken über Draht) – unter diesem Slogan firmiert das Unternehmen ab sofort. Wichtiger als die Optik ist natürlich die wirtschaftliche Lage. Die meisten Firmen liefern einen erheblichen Teil ihrer Produktion an die Automobilindustrie und sind deshalb erleichtert, dass der VW-Abgasskandal nicht die befürchteten Einbrüche zur Folge hatte. „Die Auftragslage ist absolut zufriedenstellend“, stellte Bernd Falz für die Firmen Claas und Klincke fest. 

Keine Angst vor den Chinesen

„Die Stimmung ist schlechter als die Lage“, hieß es mehr als einmal und wohl auch mit Blick auf Pressemeldungen, die das Netzwerk Draht zu Messebeginn lanciert hatte. Darin wurde vor den hochsubventionierten Dumpingpreisen der Chinesen gewarnt und davor, dass sich das in absehbarer Zeit auch auf die südwestfälische Drahtindustrie auswirken werde. Das sei noch nicht spürbar, hieß es an den Ständen der Altenaer. Netzwerk-Manager Stefan Szkudlapski warnte dennoch davor, das Thema auf die leichte Schulter zu nehmen: Kurzfristig werde die deutsche Wirtschaft vielleicht noch nichts merken, in den nächsten ein, zwei Jahren aber schon.

Gähnend leere China-Hallen

Mit chinesischer Erfahrung („china’s expertise“) versuchten einige hundert Aussteller aus dem Reich der Mitte in drei Hallen auf sich aufmerksam zu machen – allerdings waren dort wesentlich weniger Menschen unterwegs als auf dem Rest der Messe. 2014 gab es auf der wire 164 Aussteller aus China, dieses Jahr sind es 183.

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