Altenaer wittert Betrug am Telefon

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ALTENA ▪ Norbert Jelitto ist sich noch nicht ganz sicher, ob es eine neue „Abzock-Masche“ per Telefon ist, die sich da anbahnt, aber er hat wohl Grund zu der Annahme, dass nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. „Deswegen möchte ich andere warnen“, sagt der Altenaer.

Am Donnerstag klingelte plötzlich das private Festnetz-Telefon in Jelittos Haushalt. Seine Frau nahm ab und hörte eine Automatenstimme, die ein „R-Gespräch aus dem Ausland“ ankündigte. Solche Telefonate bezahlt anders als üblich der Angerufene, nicht der Anrufer. 1,45 Euro pro Minute sollte die Verbindung kosten. Da die Jelittos Verwandtschaft in den Vereinigten Staaten haben, nahm Jelittos Frau das Gespräch an. Es meldete sich aber kein Verwandter aus den USA, sondern nur eine weitere Automatenstimme. Diese habe „Französisch oder Spanisch“ gesprochen, berichtet der Altenaer. Darauf hin legte Jelittos Frau den Hörer auf.

Norbert Jelitto ist verärgert und vermutet „eine neue Art der Geldschneiderei“. Schon während der ersten Ansage durch die Automatenstimme habe es keine Möglichkeit für eine Rückfrage gegeben. „Was soll man in so einem Fall machen?“, fragt sich der Altenaer. „Es gibt doch viele, die Verwandte oder Freunde im Ausland haben.“

Jelitto hat sich gleich an die Verbraucherzentrale in Iserlohn gewandt, um sich für etwaige Folgen zu wappnen und auf die mögliche neue Masche aufmerksam zu machen. In Iserlohn habe man noch nichts von derartigen Anrufen gehört, berichtet der Altenaer dem AK. Man habe ihm aber angeboten, mit der nächsten Telefonrechnung dort vorbeizukommen, falls ein Betrag für besagtes R-Gespräch auf der Rechung auftaucht.

Auch bei der nordrhein-westfälischen Landeszentrale der Verbraucherschützer (VZ NRW) in Düsseldorf sind Anrufe unter Hinweis auf R-Telefonate noch unbekannt. „Ich höre zum ersten Mal davon“, sagte VZ-Rechtsanwältin Carolin Semmler auf Anfrage des Altenaer Kreisblatts. Ein Problem für den Betroffenen könne dadurch entstehen, dass Vertragsabschlüsse am Telefon grundsätzlich möglich seien, wenn jemand eine Zustimmung erteilt - sogar in Fällen von unerlaubter Telefonwerbung. „Man darf nicht ja sagen“.

Der erste Ratschlag aus Düsseldorf lautet, nach einem dubiosen Anruf auf jeden Fall die Telefonrechnung zu überprüfen und nachzusehen, was dort aufgelistet ist. ▪ tk

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