Kosmopolit auf Heimatbesuch

Jörg Eschwey mit seinem Enkel Magnus. Zurzeit ist er wieder in Altena, besucht alte Freunde und zeigt seinem Enkel viel von Deutschland, insbesondere aber von Altena. Die Burg und der Erlebnisaufzug sind dabei natürlich Pflicht.

Altena - „Geht nicht, gibt's nicht“. Das ist das Lebensmotto des gebürtigen Altenaers Jörg Eschwey. Danach hat er sich bis heute gerichtet. Als Ingenieur und Bauleiter hat Eschwey seine Spuren in Nord- und Südamerika hinterlassen. So ist er der Erbauer des größten optischen Observatoriums der Welt.

Darüber hinaus ersann er das Projekt Verlagshaus der „Minneapolis Star Tribune“, einer Tageszeitung mit einer täglichen Auflage von rund 600 000 Exemplaren. Und das bereits vor über 30 Jahren.

Ferner erbaute er für die weltweit tätige Firma „3 M“ deren Niederlassung in Austin/Texas. Einschließlich des Entwickelns der notwendigen Infrastruktur erbaute Eschwey dieses Projekt in nur 19 Monaten. Es hatte ein Gesamtauftragsvolumen von 195 Millionen Dollar.

Nun könnte man natürlich annehmen, dass solch ein Mann in ebenso hohen Sphären zu finden ist, wie seine Bauten. Doch der heute 75-jährige Bauingenieur wurde mitten in das Sauerland hineingeboren, sein Geburtshaus stand in der Fritz-Thomée-Straße.

Nach der Schule machte Eschwey eine Ausbildung bei der Firma Gebrüder Hahn

Aufgewachsen ist er allerdings im Hause seiner Großeltern in der Lennestraße. Nach dem Besuch der Schule trat Eschwey eine Lehre bei der damals noch existierenden Firma Gebrüder Hahn an. Nach erfolgreichem Abschluss seiner Ausbildung besuchte er dann die Ingenieur-Fachschulen in Weil am Rhein und Mannheim. Nach deren Beendigung begann eine beispiellose Karriere.

1964 bewarb er sich bei der Firma Boswau und Knauer in Heidelberg als Bauleiter und war dort bis 1968 tätig. In der Folgezeit arbeitete er für die Firma Daimler-Benz (1968 – 1973), die eigene Immobilien verwaltete und betreute. Im Mai 1973 kam dann der „Karriereschub“. Eschwey wechselte zur ESO (European Southern Observatory) in Chile.

Dort oblag es ihm, eine Sternwarte einschließlich der gesamten Infrastruktur zu errichten. „Ich erinnere mich noch“, schmunzelt Eschwey heute. „Da standen nur ein paar Baracken für die Arbeiter und die Techniker. Sonst war da nichts“. Dort erbaute Eschwey in der Nähe der Ortschaft Antofagastain den Anden in einer Höhe von 2800 Metern das bis heute größte, optische Observatorium der Welt.

Zu diesem Zeitpunkt war der Bau-Ingenieur allerdings schon verheiratet. Und zwar mit Mayme Schulz, einer Amerikanerin mit deutschen Wurzeln. Sie lernten sich in Heidelberg kennen und heirateten 1969. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Um ihnen eine möglichst gute Ausbildung verschaffen zu können, verzog das Ehepaar 1981 in die Vereinigten Staaten.

Der Altenaer errichtete das Verlagshaus der "Minneapolis Star Tribune"

Dort begann Eschwey dann seine Tätigkeit im Baukonzern Kraus-Anderson in Minneapolis. In dessen Auftrag errichtete er dort das Verlagshaus der „Minneapolis Star Tribune“. In der Folgezeit erschuf Eschwey dann auch die Niederlassung der Firma „3 M“ in Austin/Texas, die mehr als 800 Mitarbeiter zählt. In der Folgezeit, im Jahr 1989, kehrte Eschwey zur ESO zurück und errichtete für dieses Unternehmen das Observatorium Paranal in der Nähe der Küstenanden.

Dieses Observatorium verfügt über vier Reflexspiegel mit einem Durchmesser von jeweils acht Metern. 2007 entschied sich Eschwey für den Ruhestand. Im Jahr 2010, gerade 70 Jahre alt, heirate er noch einmal. Denn Ehefrau Mayme verstarb 1998 im Alter von 59 Jahren. Seine jetzige Ehefrau ist Chilenin und Zahnärztin. Seinen ersten Wohnsitz hat Eschwey in Santiago de Chile. Darüber hinaus besitzt er eine Eigentumswohnung in Altena, und zwar in unmittelbarer Nähe seines Geburtshauses. Seine Kinder leben in Kalifonieren und Oregon und sind beruflich erfolgreich tätig. Er sieht sie und seine Enkelkinder regelmäßig. Und regelmäßig ist er auch in Altena. Zurzeit leistet ihm sein Enkel Magnus Gesellschaft. Der Achtjährige besucht eine deutsche Schule im Silicon-Valley. Neben seinen Hobbys – Ahnenforschung, Wandern und Segeln – bereist Eschwey nach wie vor gern den amerikanischen und europäischen Kontinent. „Es gibt, glaube ich, kaum ein Land auf der Welt, in dem ich noch nicht gewesen bin“, resümiert der 75-jährige. „Doch“, sagt er. „In der Arktis, der Antarktis und Australien bin ich noch nicht gewesen. Aber das kann man ja noch ändern“.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare