Pop, Barock und Melancholie

„Altenaer Ursprünge“ in Burg Holtzbrinck überzeugt mit starkem Programm

Ronja Kirchhoff (l.) unterstützte Nico Koslowski nicht nur beim Gesang, sondern spielte auch Violine im Konzert.

Altena - Michaela Lieder ist ein perfektes Beispiel dafür, wohin das Konzert „Altenaer Ursprünge“ hinführen kann. Einst wurde sie durch die Spenden des Publikums unterstützt und konnte ihr Talent an der Violine durch zusätzlichen Instrumentalunterricht ausbauen. Heute studiert sie ihr Instrument an der Hochschule. Weil zum jährlichen Förderkonzert viele „Ehemalige“ in den Kreis der Musikschule Lennetal zurückkehren, fehlte sie am Samstag in der Burg Holtzbrinck nicht.

Gelohnt hat es sich, die Spendebüchse zu füllen, denn heute spielt Michaela Lieder die Violin-Sonate in A-Dur von Brahms so schön, dass es das Herz der Zuhörer berührt. Aktuelle junge Talente, die zurzeit ein Instrument an der Musikschule erlernen, wie Wuyo Sun und Melany Czarny, können Dank der „Altenaer Ursprünge“ vielleicht selbst mal eine ähnliche Karriere einschlagen. Die Nachwuchs-Pianistinnen wurden unterstützt von Ulrich Frenschkowski, Herbert Frank, Siegfried Kämper, Susanne Wendel und Jonas Weiß, die im Rahmen des Konzerts am Flügel Platz nahmen. Andrea Bergfeld, die den Abend moderierte, griff als einstige Musikschülerin und heutige Instrumentalpädagogin selbst zur Violine, ebenso wie Michaela Lieder und Ronja Kirchhoff. Kirchhoff bewies im Konzert nicht nur ein Händchen am Instrument, sondern auch am Mikrofon: Sie gehörte zum Vokalensemble mit Nico Koslowski, das auch stark an der Gitarre von Lukas Ruwoldt unterstützt wurde. Und es gab ein Wiederhören mit Violoncellist Gerhard Nakerst, eine ebenfalls tragende Größe im „Ursprünge“-Ensemble

„Heimat“ war ein tragendes Thema des Abends, nicht nur, weil alle Musiker einst in der Burgstadt gewirkt haben oder hatten. Die gleichnamige Popkomposition von Johannes Oerding, Billy Joels „New York State of mine“ und Ed Sheerans „I see fire“ bildeten die poppigen Elemente des Abends. Cool hatte der angefangen mit der Pink Panther-Eingangsmelodie um dann sanft überzugehen in eine „Meditation aus Thais“. Beschwingt und witzig kamen der „Canon Jazz“ und das „Präludium and Swing“ daher. Große Meister wie Bach und Grieg fehlten für die Liebhaber klassischer Komponisten nicht. Die Akteure hatten persönliche Lieblingsstücke ausgewählt, sich aber auch an die Publikumswünsche aus vergangenen Tagen gehalten: „Ein Stück mit Taschentuchfaktor muss sein!“ erklärte Andrea Bergfeld, um mit Ulrich Frenschkowski Gerald Finzis melancholisches „Elegy“ anzustimmen. Übel genommen hat es das Publikum im vollen von Holtzbrinck-Saal nicht: Die Zuhörer geizten nicht mit Applaus und Geld.

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