Familiensportfest im Zeichen der Flüchtlingsintegration

Das Team Sozial Altena sticht mit seinen roten Trikots aus der Masse der Spieler hervor. Gerade mal zwei Wochen hat Pino Greco Zeit gehabt, um die Flüchtlingsmannschaften zu coachen - es reichte immerhin für ein Unentschieden

Altena - Sport verbindet - das hatte der Vorstand der Mevlana Camii-Gemeinde schon bei der Erstauflage ihres Familienfußballfests vor drei Jahren eindrucksvoll bewiesen. Der Integrationsgedanke ist durch den Zuzug zahlreicher Flüchtlinge noch mehr in den Mittelpunkt gerückt. Drei Refugee-Teams aus Nachrodt und Altena traten am Sonntag im Reinecke-Stadion an. Alle hatten mächtig viel Spaß beim Kicken auf dem Platz.

Nadja Mehari und Pino Greco hatten in Windeseile zwei Fußballmannschaften formiert und zwei Wochen lang gecoacht auf dem Aschenplatz am Pragpaul. Im Team Sozial Altena spielen in erster Linie Iraker und Syrer, das Team Stellwerk besteht zum großen Teil aus Algeriern. Bis zu 35 Spieler finden sich zu den wöchentlichen Trainingseinheiten ein. „Es kennen zwar noch nicht alle die deutschen Fußballbegriffe, aber es läuft gut!” freut sich Pino Greco. Bestes Ergebnis am Sonntag war ein Unentschieden für die frischen Fußballer. Nadja Mehari als Managerin ahnt: „Da geht noch mehr!” Sie hatte Fußballschuhe und Trikots für die Mannschaften gesponsert bekommen. Hilfe und Kontakte bekommen die muslimischen Flüchtlinge auch in der Altenaer Moscheegemeinde, die ihre Glaubensbrüder und -schwestern gern aufgenommen hat. „Es wird zwar manchmal ein bisschen eng mittlerweile, aber unsere Moschee steht jedem offen”, erklärt Vorsitzender Sammas Gümmüs. Er und seine Vorstandskollegen wissen sich bei anstehenden Großereignissen aber zu helfen: „Wir veranstalten in wenigen Wochen ein großes Fastenbrechen zum Ramadan. Da werden wir Zelte aufstellen, damit alle Platz finden.”

Die wären am Sonntag aufgrund der unbeständigen Wetterlage viel zu leicht weggeflogen, weshalb Familie Celik, bekannt vom Altenaer Wochenmarkt, kurzerhand ihren stabilen Marktstand zur Verfügung stellte. Unter diesem sicheren Dach wurden zahlreiche herzhafte und süße Spezialitäten zubereitet und serviert. Die Sonne ließ sich oft genug blicken, so dass doch noch einige Zuschauer ins Stadion kamen und die Begegnungen der Hobbyteams verfolgten. Angetreten waren Ditib Nachrodt, Ditib Plettenberg, Team Walzwerke Nachrodt 1 und 2, die Lennebiker, Team San Remo, Ditib Balve, Team Stellwerk Altena, TSKV Altena, Ditib Iserlohn, Ditib Lüdenscheid und Ditib Werdohl. Sämtliche Schwestergemeinden des Moscheeverbands im Märkischen Kreis hatten eine Einladung zu den Kurzpartien auf Kleinfeld bekommen und in großer Zahl angenommen. Untermalt wurde der Tag von folkloristischer Live-Musik aus dem Istanbuler Raum. Ein Highlight war das Entrollen der riesigen türkischen Flagge auf dem Platz. Zwar stand auch ein Hubsteiger bereit, um die Fahne in den Himmel zu heben, doch die Windentwicklung wurde von den Veranstaltern als zu gefährlich erachtet. Die bedankten sich bei ihren Sponsoren und auch bei der Stadt Altena für die Unterstützung bei der Ausrichtung des Fests. „Alle haben sich gut amüsiert, wir machen es bestimmt noch mal!” so Sammas Gümmüs.

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