St. Vinzenz-Krankenhaus in Altena schließt Chirurgie

Im Altenaer St. Vinzenz Krankenhaus wird nur noch ambulant operiert. Die Lenne-Kliniken stellen die „stationäre Chirugie“ ein. Die Bevölkerung habe das Angebot mit zuletzt täglich nur zehn stationären Patienten in den Betten nicht mehr ausreichend wahrgenommen.

Altena - Paukenschlag auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung. Am Montag, 8. August, teilte St. Vinzenz-Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Kaufmann der Belegschaft mit, dass die Lenne-Kliniken den Sektor „stationäre Chirugie“ schließen.

In Altena wird damit nur noch ambulant operiert. Betroffen sind nach Aussage des Krankenhaus-Chefs „etwa zehn bis 15 Mitarbeiter.“ Kaufmann: „Soweit Stellen aufgrund dieser Veränderung gekürzt oder verändert werden müssen, wird dies in enger Abstimmung mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat geschehen.“

Die Lenne-Klinik-Geschäftsleitung spricht in einer Pressemitteilung zu diesem Schritt von einem „dicken sechsstelligen negativen Ergebnis“ Monat für Monat nach der Übernahme vor acht Monaten. Das lasse sich allein durch guten Willen eben nicht beseitigen. Für Kaufmann war diese Entwicklung dennoch überraschend, „wo doch die beiden Leitenden Ärzte dieselben sind wie seit einigen Jahren.“

Trotz der Aufgabe werde auf jeden Fall „die Notarztfunktion für den Märkischen Kreis und die ambulante chirurgische und die internistische stationäre und ambulante Notfallmedizin sowie das Ambulante Operieren“, bleiben, teilt die Klinik mit. Kaufmann: „Hier haben eben erst zwei niedergelassene Ärzte ihre weitere Bereitschaft (Koloproktologie und Orthopädie) bekundet.“ Mit durchschnittlich täglich zehn stationären Patienten in den Betten gebe es keine sinnvolle Begründung für die Fortführung der stationären, chirurgischen Versorgung. Kaufmann: „Die Bevölkerung nimmt dieses Angebot einfach nicht so wahr, wie es notwendig wäre.“

Zu Zeiten eines Chefarztes Dr. Baumeister habe es vergleichsweise mehr als 45 Patienten in vergleichbaren Zeiträumen gegeben. St. Vinzenz werde sich in den nächsten Monaten auf eine „Bündelung der Kompetenzen im Bereich Altersmedizin, eine Erweiterung des Senioren-Pflegeheimes und den Aufbau einer ambulanten Rehabilitationseinheit, insbesondere für ältere Menschen“, konzentrieren.

Mit dem neuen Chefarzt Bernd Myschor sei hier ein wichtiger Akzent bereits gesetzt. Das Seniorenzentrum werde durch Umbau auf eine „angemessene, auch wirtschaftlich zu führende Größe erweitert.“ 2017 soll der Umbau fertig sein - mit dann erheblich mehr Einzelzimmern als bisher. In St. Vinzenz gelte deshalb der Grundsatz: „Reha vor Pflege. Kaufmann abschließend: „Im Ärztehaus wird ein ambulantes Therapiekonzept (ehemals Vinzenz Vital) umgesetzt.“ Hier sollen dann wichtige Erkrankungen (zum Beispiel nach Gelenk-Operationen oder Herz- und Kreislaufschwächen) behandelt werden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare