Überraschende Entwicklungen um die alte Kleinbahnlok

Altenaer Kleinbahnlok Carl soll wieder dampfen

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Sind Carls Tage in Altena gezählt? Ein niederländischer Unternehmer würde die alte KAE-Lok gerne restaurieren und im Gegenzug einen Spielplatz für den Lennepark sponsern.

Altena - Carl bleibt, wie er ist und wo er ist – diese Maßgabe galt bisher, wenn es um die alte KAE-Lok ging, die seit Jahren an der Fritz-Berg-Brücke an die Zeiten erinnert, als Kleinbahnen durch Altenas Täler fuhren. Jetzt zeichnet sich eine überraschende Wende ab...

Carl wieder „unter Dampf“ zu setzen – diese Idee hatte bereits vor Jahren der Verein „Märkische Museumseisenbahn“. Er wies damals auf den schlechten Zustand des Denkmals hin und bot an, die Lok in seine Obhut zu nehmen. Das lehnte die Stadt damals ab, stattdessen beseitigte das THW in mehrmonatiger Arbeit die gröbsten Schäden

Restaurierung als Hobby

Jetzt ist die niederländische Gruppe „Kleinbaan Service“ an die Stadt herangetreten – hinter ihr stecke der Unternehmer Pater, dessen Hobby die Restaurierung alter Kleinbahnen sei, heißt es in der Vorlage für die Ratssitzung am kommenden Montag (17 Uhr, Rathaus). Er habe bereits mehrere Lokomotiven und Waggons „entsprechend der historischen Vorgaben“ aufgearbeitet und habe jetzt sein Interesse bekundet, das auch mit Carl zu tun. 

Die Verwaltung ist bereits in Gespräche mit dem Interessenten eingetreten und hat mit ihm zusammen ein mögliches Szenario entwickelt. Danach könnte Pater die Lok zum Nulltarif übernehmen, müsste sich aber im Gegenzug verpflichten, sie wieder fahrtüchtig zu machen. Die Kosten für die Restaurierung, die nach historischen Vorgaben erfolgen müsste, werden auf 500000 Euro geschätzt. Pater lässt sich sein Hobby also einiges kosten. 

Neben der Wiederinbetriebnahme ist er nach Angabe der Verwaltung zu weiteren Zugeständnissen bereit: „Die fahrtüchtige Lokomotive wird dem Verein Märkische Museumseisenbahn zu bestimmten Veranstaltungen zur Verfügung gestellt“, heißt es in der Vorlage – Carl könnte also in naher Zukunft auf der Museumsstrecke bei Hüinghausen fahren. 

Nachbau soll angefertigt werden

Damit nicht genug: Ganz aus Altena verschwinden soll die Lok nicht. Pater würde sich auch verpflichten, einen Nachbau ihrer vorderen Hälfte anfertigen zu lassen und der Stadt zur Verfügung zu stellen. 

Die hat sich schon einen besonders pfiffigen Standort für diesen Nachbau ausgedacht: Den ehemaligen KAE-Tunnel an der Lüdenscheider Straße. Dort könnte die Carl-Replik so aufgestellt werden, dass der optische Eindruck entsteht, der Zug komme gerade aus dem Tunnel. 

Zudem sei Pater auch bereit, als Dankeschön für die Überlassung der Lok im zukünftigen Lennepark einen Spielplatz zu finanzieren, teilt die Verwaltung mit. Der Rat beschäftigt sich mit der Angelegenheit, weil die Verwaltung gerne grünes Licht für weitere Verhandlungen hätte. Sie möchte einen Vertrag mit Pater aushandeln, der dann dem Rat in einer Sitzung zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll.

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