Nachfahre des Drosten meldet sich bei Baukirchmeisterin Thomas

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Die Grabplatte, in der Mitte als Relief die große Kartusche mit dem Wappen derer von Ovelacker. Die Steinmetzarbeit stammt aus dem Jahr 1633. Dorothea Ossenberg-Engels, Angelika Kilsch und Karin Thomas präsentierten den Fund im Dezember.

Altena - Unverhofft kommt oft. Im Fall der im vergangenen Jahr entdeckten Grabplatte im Boden der Lutherkirche gilt das sogar in zweifacher Hinsicht. Bei der Gemeinde hat sich ein sehr interessanter Kontakt gemeldet.

Es handele sich um einen Nachfahren des Drosten Dietrich von Ovelacker (gestorben 1633), dessen Grabplatte im Gotteshaus überraschend entdeckt worden war, berichtet Baukirchmeisterin Karin Thomas. Der Mann habe sie im Februar angerufen und sich als Mitglied der Familie von Ovelacker vorgestellt.

Der Drosten-Nachfahre habe sich sehr für den Fund interessiert, berichtet Karin Thomas. Sie sei durch den Anruf sehr überrascht worden. „Ich war perplex, damit konnte ja niemand rechnen.“ Die Überraschung war beidseitig. Jedenfalls hat die Baukirchmeisterin das erste Gespräch gleich dazu genutzt, eine Vertiefung des Kontaktes anzubahnen.

Nachfahre kommt im Spätsommer

So will der Mann aus dem Süddeutschen im Sommer oder wohl eher nach den Sommerferien in die Burgstadt kommen, um sich vor Ort ein Bild von dem Fund zu machen. So lange möchte die Kirchengemeinde damit warten, weil zunächst das Gerüst aus dem Inneren der Kirche verschwunden sein soll. Es wird derzeit noch für die Sanierung des schweren Brandschadens benötigt. Deshalb ist der Fundort der Grabplatte gegenwärtig nicht zugänglich – er ist sicher abgedeckt.

Zum Besuch in Altena möchte der Ovelacker-Nachfahre familiengeschichtliche Unterlagen mitbringen, für die sich natürlich auch die örtlichen Archivare brennend interessieren. Mit dieser Neuigkeit konzentriert sich der Blick des Presbyteriums natürlich auch wieder auf die Frage, wie mit dem wiederentdeckten Prachtstück aus dem Barock umgegangen werden soll.

Von Seiten der Denkmalschutzbehörde hatte man der Gemeinde weitgehend freie Hand gegeben, ob die Grabplatte im Boden bleiben soll oder aber geborgen wird – und dann auf geeignete Art und Weise in der Kirche gezeigt wird.

Ein erstes Angebot mit einer Lösung zur Präsentation hat die Gemeinde mittlerweile vorliegen. Es beläuft sich auf rund 4000 Euro. Zugleich gebe es aber auch einen interessanten Vorschlag der Denkmalbehörde in ähnlichem Rahmen, zu dem aber noch keine exakten Pläne vorliegen.

Eine Entscheidung wird zu gegebener Zeit das Presbyterium treffen. Karin Thomas erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass man weiter auf Förderer hofft: „Die Kirche allein kann sich das nicht leisten!“ Die Familie von Ovelacker (auch Overlacker oder Ufelacker) ist ein westfälisches Rittergeschlecht und gehört zum Uradel der Grafschaft Mark.

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