„Eine traurige Entwicklung“

Altenaer Bekleidungsgeschäft schließt

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Gunild Moll–Rademacher schließt nach vier Jahren Ende Oktober ihr Mode-Fachgeschäft.

Altena - Das gelbe Schild am Schaufenster des Bekleidungs-Ladens von Gunild Moll-Rademacher ist unverkennbar: „Am 31. Oktober schließe ich mein Geschäft“, steht dort in schwarzer Schrift. Nur noch bis Ende des nächsten Monats wird die Modeexpertin ihren Handel weiter betreiben.

Anschließend zieht sie für ein halbes Jahr nach Wetter und bietet auch dort ihre Waren an. „Danach ist aber definitiv Schluss für mich“, erzählt die 71-Jährige. Dass sie Altena verlassen wird, bedauert sie sehr. „Natürlich hatte ich einige Stammkunden, aber das hat einfach nicht gereicht.“ Besonders von den Touristen, die die Burg und den Burgaufzug besichtigen, merkt sie nichts. „Die werden mit ihren Bussen angekarrt und schlendern nicht durch die Innenstadt.“ 

Früher viel Pelz im Angebot

Vor vier Jahren war Gunild Moll-Rademacher in die Burgstadt gekommen und hatte ihr Modegeschäft eröffnet. Anfangs hatte sie viel Pelz im Angebot. „Das hat sich verändert. Immer weniger Leute kaufen Pelze“, so die Ladeninhaberin. 

Inzwischen ist sie fast komplett auf Konfektionsmode umgestiegen. „Wenn einer meiner Kunden aber mit Pelzwaren kommt, die repariert werden müssen, dann kümmere ich mich natürlich darum.“ Sie ist gelernte Kürschnerin und immer noch begeistert von ihrem Beruf, den sie seit mittlerweile 40 Jahren ausübt. 

Empörung über Zustand der Innenstadt

In Rage kommt die aufgrund der Schließung sehr betrübte Geschäftsfrau im Hinblick auf den Innenstadtabschnitt zwischen dem Markaner und ihrer Boutique. „Das sieht saumäßig aus. Überall Unkraut und ungepflegte Schaufenster. Einfach schlimm“, fällt ihr vernichtendes Urteil aus. Ihrer Meinung nach müsste der Bürgermeister dort aktiv werden und die Ladenbesitzer dazu animieren, diesen Abschnitt zu verschönern. „Wenn nötig auch mit der Androhung von Ordnungsstrafen“, so die 71-Jährige. 

Weiteres Geschäft schließt vermutlich

Gerüchten zufolge könnte ihr Geschäft nicht das einzige bleiben, das seine Pforten schließt: Auch in der benachbarten Gärtnerei Knop brennt seit dem 2. Juli kein Licht mehr. 

Ursula Buschmann, die ihr Atelier gegenüber hat, bedauert dies sehr: „Durch den Blumenladen wurde die Innenstadt besonders in diesem Abschnitt belebt. Es wäre schon eine traurige Entwicklung, wenn er schließen würde.“ Auch sie weiß Bescheid um das harte Geschäftsleben. „Klar, wenn der Umsatz nicht stimmt, ist es unvermeidlich, den Laden zu schließen.“ 

Dass sie über den vermeintlichen Weggang trotzdem traurig ist, zeigt sie auch öffentlich in den sozialen Netzwerken. Auf Facebook hat sie eine Initiative gegründet, die für den Verbleib des Blumengeschäftes kämpft. 

Für die weitere Nutzung der freiwerdenden Räume in der Innenstadt gibt es bisher noch keine Pläne „Das werden wir uns in Ruhe angucken“, sagt Aleksandra Bacevic, zuständig für Stadtmarketing und Tourismus. „Im Moment suchen wir Räume mit gutem Unitymedia-Anschluss.“

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