Altenaer Baugesellschaft stoppt Sanierungsarbeiten am Knerling

Rücksicht auf Mauersegler

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Mauersegler - lateinisch Apus apus – gelten gemeinhin als Ankündiger des Sommers. Die Vögel stoppten jetzt Ausbauarbeiten der ABG an der Elsa-Brandström-Straße. Jörg Hammerschmidt, Joachim Effertz und Anwohner Walter Hochstein staunen.

Altena - Schon längst sollten hochwertige schwarze Tonpfannen des ABG-Haus Nummer 18 an der Elsa-Brandström-Straße im Stadtteil Knerling zieren. Doch die Altenaer Baugesellschaft hält sich seit Wochen zurück – der Grund ist aller Ehren wert: Mieter Walter Hochstein entdeckte unter den Dachrinnen mehr als neun Mauersegler-Paare, die ihrem Brutgeschäft nachgehen.

Walter Hochstein mit einem aus dem Nest gefallenen Ei eines Mauerseglers. Er fand es vor seiner Haustür.

„Es war für uns keine Frage: Die Nester zerstören kam überhaupt nicht infrage“, sagt ABG-Vorstand Jochen Effertz. Er beauftragte seinen Architekten Jörg Hammerschmidt damit, eine Alternative auszuarbeiten. „Nachdem wir uns vor Ort ein Bild gemacht hatten und auch mit den Mietern gesprochen haben, wurde die Aktion nach hinten geschoben“, sagt der Fachmann. „Nicht ganz einfach, denn schließlich planen die von uns beauftragten Handwerker auch langfristig.“ Doch alle ließen sich auf den „Handel“ ein – aus Rücksicht auf die auf der Roten Liste stehenden Mauersegler. So richtig zu sehen bekommt man die Flieger nicht, „man muss schon sehr schnell sein“, sagt Walter Hochstein „wenn ihr durchdringendes sriih-sriih-Rufen ertönt. Nur Augenblicke später sind sie unter der Dachrinne verschwunden und nicht mehr zu sehen.“ Hochstein selbst ist ein echter Fachmann, was Vögel angeht. Der Mann, der mehr als 40 Jahre bei Reinol in Nachrodt gearbeitet hat, züchtete ebenso lang Kanarien-Vögel und war im Lüdenscheider Club Kanaria aktiv. Jochen Effertz und Jörg Hammerschmidt gehen jetzt davon aus, die ins Auge gefasste Dachneudeckung und der Umbau des Obergeschosses in zwei Maisonette-Wohnungen „etwa im September in Angriff zu nehmen.“ Alles ist natürlich mit der unteren und oberen Denkmalbehörde abgesprochen. Dann sind die Mauersegler wieder auf dem Trail Richtung Süden. Die Vögel, die fast ihr ganzes Leben in der Luft verbringen, sogar im Fliegen schlafen, sammeln für ihre Jungen Insekten aus der Luft. „Hier bei uns, direkt am Wald und auf den saftigen Wiesen rundum, finden sie ausreichend Nahrung“, sagt Hochstein.

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