Rewe-Gruppe bestätigt Schließungspläne / Herber Rückschlag für die Stadt

Altena: Toom zieht sich zurück

+
Der Haupteingang zum Toom-Markt am Übergang von der Kirchstraße in die Freiheitstraße. Schön öfter gab es Gerüchte, dass der einzige Vollsortimenter seine Filiale in Altena schließt. Jetzt hat die Unternehmensgruppe die Katze aus dem Sack gelassen.

Altena - Der Toom-Markt in Altena wird Ende März nächsten Jahres dichtgemacht. Das bestätigte gestern Raimund Esser, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der Rewe-Markt GmbH in Köln. Er hatte erst vor wenigen Wochen jegliche Schließungsabsichten dementiert.

Mit dem Vermieter der Immobilie habe man „trotz intensivster Verhandlungen“ keinen Konsens über eine Verlängerung des Mietvertrages finden können, sagt Esser jetzt. Nach Informationen unserer Zeitung wollte die Rewe-Gruppe nur um ein Jahr verlängern, die Eigentümer bestanden auf drei Jahren. 

60 Mitarbeiter betroffen

Diese unterschiedlichen Prämissen gab es offenbar wegen der Neubaupläne für das geplante Nahversorgungszentrum in der Rahmede, dessen Entwicklung Rewe-Toom erst beobachten wollte. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Netto-Markt soll auf dem Gelände einer ehemaligen Nadelfabrik ein großer Edekamarkt entstehen. Die letzten dafür erforderlichen Beschlüsse fasste am Montagabend der Stadtrat. „Die derzeitigen Rahmenbedingungen machen eine wirtschaftliche Weiterbetreibung des Marktes unmöglich,“, heißt es aus der Rewe-Zentrale.

Mit jedem der 60 betroffenen Mitarbeiter werde man „Gespräche führen und eine Lösung anbieten.“ Die Beschäftigten erfuhren am Montag in zwei Mitarbeiterversammlungen von der Entscheidung. Für Altena bedeutet der Weggang des einzigen „Vollsortimenters“ in der Stadt einen herben Verlust, der sich auf die Innenstadt auswirken wird. 

Im zweigeschossigen Geschäftskomplex sind zudem weitere Händler untergebracht, die unter der Schließung des Hauptmieters leiden dürften: Ein Tabak- und Zeitschriftenladen etwa, ein SB-Bäcker, ein Friseur oder ein Textildiscounter. Eine Eisdiele im Untergeschoss hat den Komplex bereits verlassen und wenige Meter entfernt einen neuen Standort bezogen.

Rückgabe-Option gezogen

Das Geschäfts- und Wohnhaus, bekannt als Stapelcenter, stand viele Jahren unter der Insolvenzverwaltung einer holländischen Bank. Dann gab es für die immerhin 17000 Quadratmeter große Immobilie neue Hoffnung. 2015 hatte die Gilde Investors GmbH aus Bad Bentheim den Gebäudekomplex gekauft. Die Bentheimer suchten auch nach einem Betreiber für einen zusätzlichen Drogeriemarkt. Jetzt aber heißt es von dort: „Das Vorhaben ist nicht mehr aktuell für uns.“ Im Vertrag gab es eine Rückgabe-Option, die offenbar gezogen wurde. 

Bauherr des Stapelcenters war die Coop-Gruppe, die in den 1970er Jahren etliche solcher Komplexe schuf. Altena ist nicht das einzige Zentrum dieser Art, das Probleme bekommt: In Werdohl wurde ein solches Haus abgerissen und durch einen moderen Edeka-Markt ersetzt. In Plettenberg übernahm Real, dieser Markt schließt schon Ende September.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare