Präses besucht ausgebrannte Kirche und lobt Stärke

Es riecht noch immer nach Rauch: Annette Kurschus (links), Präses der Landeskirche von Westfalen, ließ sich in der Lutherkirche von Merle Vokkert über die Folgen der Brandstiftung informieren. -  Foto: Mickein

Altena - „Bemerkenswerte Klarheit und Stärke in schwieriger Situation“ attestierte Annette Kurschus am Donnerstag der Evangelischen Gemeinde Altena. Die Präses der evangelischen Landeskirche von Westfalen machte sich am Vormittag ein Bild vom Brandschaden in der Lutherkirche.

Der Besuch erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Kurschus wollte ungestört das Gespräch mit Pfarrerin Merle Vokkert und anderen Vertretern der Gemeinde führen. Anschließend lobte sie die Tatkraft insbesondere auch der ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Presbyteriums. „Was passiert ist, können wir nicht mehr ändern. Darum müssen wir nach vorne gehen“, sagte Baukirchmeisterin Karin Thomas der leitenden Theologin.

Von Pfarrerin Merle Vokkert erfuhr Kurschus, dass der Brand die Gemeinde zusammenrücken ließ: „Wir spüren einen ganz starken Zusammenhalt“, sagte sie und ergänzte, dass das auch die Bevölkerung von Altena, ob evangelisch oder nicht, zu „ihrer Lutherkirche“ stehe.

Das habe sich sofort nach der Brandstiftung in der Nacht zum 17. Mai gezeigt: Nach einer Phase von Trauer und Wut sei eine Welle der Hilfsbereitschaft über die Gemeinde hereingebrochen. Die katholische Kirchengemeinde bot damals sofort ihre Kirche für größere Veranstaltungen an. Handwerker waren schnell zur Stelle, wie etwa ein Schreinermeister, der das beschädigte Fenster abdichtete. Viele andere hätten sich an die Gemeinde gewandt und tatkräftige Unterstützung oder auch Geld angeboten, erfuhr die Präses von Pfarrerin Vokkert.

Hoher Sachschaden nach Brand in der Lutherkirche

Annette Kurschus informierte sich bei ihrem Besuch in Altena auch über die Umgestaltung, die die Gemeinde in den letzten 15 Jahren erfahren hat, weil sie vom Einwohnerrückgang der Burgstadt massiv betroffen ist. Er hatte zur Folge, dass sich die Kirche aus den Randbereichen zurückzog und dort gelegene Kirchen und Pfarrhäuser verkaufte und zum Teil sogar abreißen ließ. Das neue Konzept sah (und sieht) eine Konzentration auf die Innenstadt und damit auf die Lutherkirche vor.

„Wir haben entschieden: Das ist unser Zentrum, das machen wir jetzt richtig schön“, erklärte Vokkert der Präses die damalige Entscheidung. Deshalb sei die Kirche 2007 für über eine Million Euro saniert worden. Dass die Brandstiftung das zunichte gemacht habe, sei zwar einRückschlag. Er werde aber nicht dazu führen, dass sich die Gemeinde auf ihrem Weg beirren lasse.

Natürlich wurde auch darüber gesprochen, wie es jetzt mit der Kirche weitergeht. Der Schaden sei zwar durch die Gebäudeversicherung abgedeckt, erklärten Karin Thomas und Finanzkirchmeister Peter Krey. Dass trotzdem noch nicht mit der Sanierung des Brandschadens begonnen werden kann, liege an vielen noch offenen Fragen. So denken Gutachter zurzeit darüber nach, wie die geschwärzte Decke gereinigt werden werden kann und wie der Ruß zu entsorgen ist. Das Mauerwerk wird auf Löschwasserschäden untersucht und die Statik von Stahlträgern überprüft. Erst wenn all diese Arbeiten erledigt sind, kann die Ausschreibung erfolgen.

Von dem oder den Brandstiftern fehlt nach wie vor jede Spur.

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