CDU-Fraktion sieht Kohlberg-Windräder kritisch

In 200 Metern Höhe fotografierte die Drohne an einem der Windrad-Standorte.

Altena - Gut vorbereitet ging die CDU-Fraktion am Montagabend, 14. September,  in die Diskussion über die am Kohlberg geplanten Windkraftanlagen: Sie ließ an einem der geplanten Standorte eine Drohne 200 Meter hoch aufsteigen.

Fotos und Videos, die dabei entstanden, zeigen deutlich: Aus Dahle und Evingsen sowie vom Nettenscheid aus wären die rund 200 Meter hohen Windräder deutlich zu sehen. „Sie sind damit etwa so groß wie der höchste Schornstein des Kraftwerks Elverlingsen“, verdeutlichte Fraktionssprecher Uwe Scholz die Dimensionen der Anlagen. Die Stadt Neuenrade will sie rund einen Kilometer von Dahles Mühlhofstraße entfernt aufstellen lassen – auch zum Wohle ihrer Stadtkasse. Zum einen wird sie Pacht kassieren (ihr gehören die Flächen), zum anderen müssten die Investoren Gewerbesteuer zahlen. Gerechnet wird mit Einnahmen von knapp 500.000 Euro pro Jahr.

Zum Wohle der Stadtkasse von Neuenrade

 „Wir sehen das Vorhaben als sehr kritisch an“, sagte Scholz nach der Sitzung. Allerdings nimmt die CDU-Fraktion im Moment noch eine eher abwartende Haltung ein: „Wir hören uns zunächst mal an, was die Träger öffentlicher Belange jetzt sagen“. Die müssen gehört werden, weil die Stadt Neuenrade zur Verwirklichung des Vorhabens ihren Flächennutzungsplan ändern muss. Geräusche, Eiswurf, Beeinträchtigung der Naherholungsfunktion – all das beschäftigte die CDU-Kommunalpolitiker am Montagabend.

185 Meter lang ist dieser Schwertransporter mit Windkraftanlage.

Außerdem ging es um die Frage, wie die Anlagen überhaupt zu ihren Standorten gebracht werden sollen. Die Straße über den Kohlberg sei für die Schwertransporte nicht geeignet, berichteten die CDU-Politiker um den Dahler Ortsvorsteher Helmar Roder, die kürzlich an einer Informationsveranstaltung im Neuenrader Kaisergarten teilnahmen.

Fahrstraße wäre eigens anzulegen

Geplant sei stattdessen, vom Giebel aus eine Fahrstraße zu den Standorten zu bauen – ein weiterer, tiefer Eingriff in die Natur, meint Scholz und weist darauf hin, dass diese Piste unmittelbar am geplanten Naturschutzgebiet entlanggeführt werden müsse. Irritiert ist die Union auch deshalb, weil die Windräder in unmittelbarer Nähe zum Sauerland Höhenflug stünden – die Stadt Neuenrade hat sich maßgeblich an der Planung des Premiumwanderwegs beteiligt. „Dem aufkeimenden Wandertourismus tun diese Anlagen gewiss nicht gut“, meinte Scholz nach der Sitzung der CDU-Fraktion. Die Aufnahmen, die mit der Drohne gemacht wurden, werden den Dahlern und Evingsern bei einer gemeinsamen Bürgerversammlung zum Thema Windräder gezeigt. Sie soll im Oktober stattfinden, zu Gast wird dort auch Neuenrades Bürgermeister Wiesemann sein.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare