Förderverein für ehemalige Gießerei geplant

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Außerhalb eines Museums ist so etwas wohl kaum noch irgendwo zu sehen. Die Transmissionsriemen, die einst die Maschinen antrieben, hängen noch auf den Wellen. So geschah Kraftübertragung im 19. Jahrhundert. 

Altena - Ensembles wie diese ehemalige Firma gibt es nicht oft. Von einer gewissen Unordnung abgesehen, scheint die Zeit stehen geblieben. „Als wir das Gebäude vor acht Jahren gekauft haben, sah es aus, als wären die Arbeiter eben in die Pause gegangen“, berichtet die Eigentümerin.

Bei einem Ortstermin weist Denkmalpfleger Jürgen Wagner darauf hin, dass es sich um eine ganz besondere Immobilie handelt. Hier ist ein Blick in die Arbeitswelt des 19. Jahrhunderts möglich. Die Metallwarenfabrik Gustav Dahlmann wurde 1869 gegründet. Der rote Ziegelbau in der typischen Industriearchitektur seiner Zeit mit grünen Fenstern auf sieben Achsen soll demnächst unter Denkmalschutz gestellt werden.

Gießereiarbeiten für den Bootsbau

Die Ölkännchen und der Kanister mit Caramba scheinen seit den 1950-er Jahren im Regal zu stehen.

Auf dem Gelände befinden sich außerdem ein Nebengebäude, in dem der Schmelzofen steht, und ein weiteres Gebäude, in dem einst das Kontor – also das Büro – untergebracht war und wo der Inhaber wohnte. Die Firma verlegte sich auf Gießereiarbeiten unter anderem für den Bootsbau, stellte aber auch Artikel für die Innendekoration her. In den frühen Jahren wurden die Maschinen per Wasserkraft angetrieben. Ein Obergraben und das Wasserrad als zentrale Energiequelle sind zumindest teilweise erhalten. Was man kaum noch irgendwo zu sehen bekommt – zumindest nicht einem nicht-musealen Umfeld – sind die Transmissionsriemenanlagen zum Antrieb der Maschinen.

Historische Dokumente im Keller

Im Untergeschoss sind die Antriebswelle des Wasserrades erhalten und Waschtrommeln für die Werkstücke. 100 Jahre alte Musterbücher und Geschäftsunterlagen sind ebenso noch vorhanden. Wagner: „Hier muss man nichts zusammenführen. Es ist so geblieben, wie es einmal war. Das ganze ist ein Kleinod.“ All das bedeutet aber eine riesige Menge Arbeit. Maschinen und sonstiges Inventar müssen katalogisiert werden, Unterlagen gesichtet.

Wo die Zeit stehen bleibt

Um die neuen Eigentümer beim Erhalt des künftigen Denkmals zu unterstützen, will Wagner einen bisher nicht genutzten Weg einschlagen.

Förderverein geplant

Er denkt an die Gründung eines Fördervereins. „Wir suchen Menschen, die sich dafür interessieren, vielleicht eine Maschine warten würden oder mal Besucher durch das Gebäude führen.“ Die Interessenten will der Denkmalpfleger am Tag des Denkmals – diesmal am 9. September – vor Ort zusammenführen. Wer mithelfen möchte, kann telefonisch unter 02352 / 209348 Kontakt aufnehmen.

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