20-Jähriger kommt mit blauem Auge davon

Altena: Bewährungsstrafe fürs Schwarzfahren

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„Schwarz“-Fahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat – an diese Botschaft erinnerte das Urteil im Amtsgericht.

Altena - „Schwarz“-Fahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat – an diese Botschaft erinnerte ein Urteil im Amtsgericht: Dort kassierte ein 20-jähriger Altenaer eine Jugendstrafe von einem Jahr, die nur unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Dazu gehören 250 Sozialstunden, die der junge Mann ableisten muss. „Das stimmt so“, hatte er zuvor alle zwölf Beförderungserschleichungen zugegeben, die die Staatsanwaltschaft ihm vorwarf: Zwischen November 2015 und Januar 2016 war er ohne Fahrkarte in Linienbussen der Essener Verkehrbetriebe und in Nahverkehrszügen rund um Essen unterwegs gewesen. 

Damals habe er „kein Hartz- IV und gar nichts bekommen“, versuchte der Angeklagte die Fahrten zu erklären. Was er riskierte, hätte er eigentlich wissen müssen: „War das so schön im Knast?“, fragte Richter Dirk Reckschmidt mit Blick auf eine Verurteilung wegen eines schweren Raubes, der mit einer Körperverletzung verbunden war. Die zwei Jahre Jugendstrafe hatte der Angeklagte voll verbüßt. „Etwas gelernt?“, fragte der Richter, und der 20-Jährige antwortete mit einer eher vagen Absichtserklärung: „Dass ich so nicht mehr sein sollte“. 

Auch privat herrscht bei ihm offenbar Chaos: Während eine Ex-Freundin ein Kind von ihm erwartet, brachte er eine andere Freundin mit ins Amtsgericht. Diese Umstände sprachen nicht dafür, dass es sich bei dem jungen Mann schon um einen „Erwachsenen“ handelte. Es war deshalb unstrittig, dass er nach Jugendrecht zu verurteilen sei. 

„Mindestens ein Jahr – alles andere wird dem Erziehungsauftrag nicht gerecht“ ging das Jugendschöffengericht beim Strafmaß noch über die vom Staatsanwalt beantragten neun Monate Jugendstrafe hinaus.

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