Altena hat auch in 2016 Zukunft und viel Potential

CDU, SPD und Grüne sind sich einig: Lennetalradweg muss her!

Die Burg auf dem Klusenberg ist und bleibt das Symbol für Altena. Die drei Spitzen der Ratsfraktionen von CDU, SPD und Bündnis 90 / Die Grünen sind sich einig: 2016 muss der vorhandene Berg an städtischen Schulden weiter getilgt werden.

Altena - In der Stadtentwicklung von Altena stehen 2016 wichtige Projekte an: die Fußgängerbrücke am Markaner und der Lennepark. Die Inbetriebnahme des optimierten Bahnhofes und die sich dann nahtlos anschließende Entwicklung des großen Geländes zwischen Bahnhof und Lenne.

In der Einschätzung dieser „Hauptaufgaben“ für das laufende Jahr sind sich CDU, SPD und Grüne/Bündnis 90 absolut einig. In einem Gespräch mit den Spitzen der drei Fraktionen lotete unsere Zeitung Wünsche und Erwartungen, aber auch mögliche unpopuläre Entscheidungen, aus. 

Breiten Raum im Gespräch mit Uwe Scholz (CDU), Lutz Vormann (SPD) und Oliver Held (Bündnis 90/Grüne) nahmen aber Fragen ein wie: Was erwarten die Parteien eigentlich vom Bürger, wie werden sie sich präsentieren und warum ist Altena auch 2016 lebenswert?

Wir müssen die Menschen integrieren

Unpopuläre Entscheidungen aufgrund der Kassenlage und der realen Entwicklung sind nicht auszuschließen“. Das sagt CDU-Fraktionschef Uwe Scholz. „Wir kämpfen aber für die Stabilität von Steuern, Gebühren und Beiträgen.“

Leider sei Weihnachten schon vorbei, also könne die CDU-Fraktion keinen Wunschzettel schreiben, merkte Uwe Scholz augenzwinkernd an. Der Fraktionschef nennt den Wunsch nach Frieden an den Brandherden der Welt in Syrien, Libyen, Palästina und dem Libanon in einem Atemzug mit der Aufgabe, die „Flüchtlinge in Altena so weit wie möglich zu integrieren, sofern diesen Menschen eine Rückkehr in ihre Heimat nicht möglich ist.“ Auch Lutz Vormann (SPD) knüpft hier an. Er bedankt sich bei allen „Kümmerern“ in der Stadt und besonders dem Personal im Rathaus. „Was dort geleistet worden ist und noch zu leisten sein wird, ist aller Ehren wert“, sagt der Sozialdemokrat. Für ihn liegt deshalb auf der Hand: „Mit der SPD wird es keine weiteren Kürzungen im Personalbereich in der Verwaltung geben. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.“

Rathaus: Wir müssen wieder ausbilden

Sorgen bereitet ihm nicht nur der ausgedünnte Personalstand, sondern auch das Durchschnittsalter der Rathausbediensteten. „Wir müssen wieder ausbilden!“, fordert Vormann.

Oliver Held (Bündnis 90/Die Grünen) appelliert an seine Mitbürger, „hoffentlich weiterhin ein freundliches Gesicht zu zeigen und unseren neuen Mitbürgern in ihr neues Leben zu helfen.“ Für seine Fraktion nimmt er ganz bewusst das jetzt „gerettete“ Krankenhaus in den Blick. „Dem ,alten’ neuen Geschäftsführer wünschen wir eine glückliche Hand und Erfolg bei der Führung des Hauses.“ 

Altena sei für seine Partei auch in Zukunft lebenswert, „da es hier alles gibt, was man zum Leben braucht. Daran, dass das so bleibt, werden wir arbeiten.“ Erneut streckt der Bündnis-Grüne den Kollegen im Rat beide Hände hin: „Hoffentlich meist alle in der Stadt gemeinsam“.

MdL Michael Scheffler gebührt Dank

Weiter darf nicht am Personal innerhalb der Stadtverwaltung gespart werden“. Das ist die Meinung der SPD-Fraktion und ihres Sprechers, Lutz Vormann. „Sparen, ja, aber nicht auf dem Rücken des Rathauspersonals“, gibt er die Richtung vor.

Lutz Vormann (SPD) betont, dass er den neuen Stil im Rat, also das gemeinsame, sehr schätze. Als Beispiel nennt er die Beschlüsse rund um die Flüchtlinge und das Thema Stadtentwicklung. Allerdings gebühre hier auch dem Land NRW und Michael Scheffler als zuständigem SPD-Landtagsabgeordnetem Dank. Nachdenkliche Worte an die Gruppe der zurzeit auf die Zahl 400 zugehenden Flüchtlinge gibt es von Uwe Scholz (CDU). „Natürlich ist Gastfreundschaft wichtig, aber auch der Gast hat seinen Beitrag zu leisten. Er sollte sein Gastrecht zurückhaltend ausüben und es als Pflicht ansehen, unsere Gesetze und die Werteordnung zu respektieren und sich daran halten. Also bleibt der Wunsch: Gelungene Integration durch Anstrengung von Gästen und Gastgebern!“

Von Schmallenberg bis Hagen

Eng zusammen liegen CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen in der Einschätzung des fehlenden Radweges. Scholz bringt es auf den Punkt: „Der durchgängige Radweg von Schmallenberg bis Hagen ist für die touristische Erschließung des gesamten Lennetals von außerordentlicher Bedeutung. Mit der Burg, dem Aufzug, dem neuen Zugang zur Innenstadt vom Bahnhof aus und den guten Bahnanbindungen auf der gesamten Strecke von Siegen bis Essen liegen wir in zentraler Lage, bieten die Attraktionen auf der Strecke an.“ 

Erfolg und eine glückliche Hand wünschen die Grünen/Bündnis 90 mit ihrem Sprecher Oliver Held dem Altenaer Krankenhaus. „Mögen die Menschen dem Haus die Treue halten und es eine ,gesunde’ Entwicklung nehmen.“

Vormann (SPD) vergleicht das Projekt mit dem Ruhrtalradweg. Nach seiner Ansicht habe die Region rund um Menden und Fröndenberg, dem hiesigen Raum vergleichbar, „sehr davon profitiert, neuen Schub erhalten.“ Bündnis 90/-Grünen-Ratsherr Oliver Held erwartet vom Bürger „gerne auch Kritisches. Ein Feedback ist eine wichtige Voraussetzung für bürgernahe Politik. Wir wollen wissen, was die Menschen denken und in unseren Veranstaltungen immer wieder einen Rahmen dafür bieten, mit uns zu diskutieren.“ Lutz Vormann (SPD) sieht sich in der Mitgliederwerbung für die SPD auf einem guten Weg. Auch das Vor-Ort-Gehen, beispielsweise in Industriebetriebe oder auf dem Wochenmarkt beziehungsweise in den Ortsteilen, „kommt an. Das führen wir fort.“

CDU nimmt neues Kulturzentrum in den Blick

Uwe Scholz (CDU) sieht gute Chancen, beim Thema ehemalige Reformierte Kirche und Burg Holtzbrinck als neuem Kulturzentrum weiter zu kommen. Auch die Entwicklung der Stadtteile sei auf dem Arbeitszettel seiner Partei. Dabei spielt für ihn die Altenaer Baugesellschaft eine nicht unwesentliche Rolle.

Scholz: „Der durchgängige Radweg von Schmallenberg bis Hagen ist für das gesamte Lennetal von außerordentlicher Bedeutung.“

Unpopuläre Maßnahmen, also Erhöhungen von Steuern, Gebühren und Beiträgen, sehen alle Parteivertreter zurzeit nicht. Uwe Scholz spricht für alle: „Wir gehen nach den derzeitigen Zahlen davon aus, dass es keine weiteren Erhöhungen geben wird.“ Doch der Christdemokrat kritisiert die Landesregierung in Düsseldorf, mahnt einen gerechteren kommunalen Finanzausgleich an. Froh und dankbar sind alle drei Ratsmitglieder, dass durch höhere Geburtenzahlen und den Zuzug der Flüchtlinge die Kindertageseinrichtungen in ihren Bestand gesichert sind. Lutz Vormann (SPD): „Ich hoffe, der Trend zu mehr Kindern hält an.“

Parteien einig: Bürger sollen Kritik anbringen

Uwe Scholz (CDU) appelliert an die Bürger, sich aktiv einzubringen in die Neuausrichtung der Stadt. „Melden Sie sich bei uns, bei ihrem Ratsmitglied in ihrem Stadtteil, beim Fraktionschef oder beim CDU-Stadtverband. Aber bitte nicht anonym versteckt hinter einem Pseudonym, sondern mit Namen und Anschrift. Altena ist für mich, für die CDU, auch deshalb lebenswert, weil unsere Stadt eine Zukunft hat.“

Lutz Vormann (SPD) abschließend: „Bald werden die Schulgebäude des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs, in Evingsen und die Hauptschule in der Rahmede leer sein. Es wird unserer aller Aufgabe sein, hier etwas für die Bürger zu bewegen. Wir sind für alle Anregungen offen und gesprächsbereit!“

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