Warten auf die Unterlagen

Altena: Ärger im St. Vinzenz

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Rätselraten um ein Rundschreiben im St.Vinzenz.

Altena - Auch im August zahlten die Lenne-Kliniken die Löhne und Gehälter nur schleppend – vielleicht mit ein Grund dafür, dass ein Rundschreiben an die Mitarbeiter bis heute für großen Ärger sorgt. 

Es kam am 9. August von der Geschäftsführung und unterstellt den Mitarbeitern, sie würden den Patienten und Bewohnern Essen und Getränke „ganz oder teilweise vorenthalten“. Tatsächlich gehe es um Speisen, die von den Patienten zurückgegeben würden und die deshalb vernichtet werden müssten, erklären Krankenhaus-Mitarbeiter. Es spräche nichts dagegen, wenn sie dann vom Personal verzehrt würden. 

Rätselraten um Rundschreiben

Geschäftsführer Michael Kaufmann sieht das anders und führt unter anderem auch hygienische Gründe an. Für Rätselraten sorgt auch ein weiteres Rundschreiben, dass Ende August veröffentlicht wurde. Nachdem Kaufmann am 9. August mitgeteilt hatte, die Chirurgie werde mit Ablauf des Monats August geschlossen, erfuhren die Mitarbeiter wenige Tage vor dem geplanten Schließungstermin ohne weitere Begründung, dass es in der Abteilung erstmal weitergehe. 

Die hohen Außenstände, die der Geschäftsführer beklagt, haben auch mit dem Eigentümerwechsel Anfang des Jahres zu tun. Das erklärte Rainer Lange, der für NRW zuständige Pressesprecher der DAK. Allein diese Krankenkassen stehe beim Krankenhaus mit über 200000 Euro in der Kreide, gab Kaufmann am Donnerstag bekannt. Nach den Worten des Pressesprechers liegt das daran, dass für die Übergangsphase nicht klar sei, ob Zahlungen an den neuen Eigentümer oder an die Altgesellschaft fließen müssten. Lange deutete an, dass entsprechende Fragen der DAK-Leistungsabteilung noch nicht abschließend geklärt seien. 

Lennekliniken haben Krankenhaus und Pflegeheim schuldenfrei übernommen

Kaufmann hebt immer wieder auf die Altgesellschafter ab, wenn es um die wirtschaftliche Lage des Hauses geht. Auf den ersten Blick macht das keinen Sinn: Die Lennekliniken haben Krankenhaus und Pflegeheim schuldenfrei übernommen. Noch auflaufende Forderungen aus dem vergangenen Jahr, etwa wegen fehlerhafter Abrechnungen, richten sich nicht an die jetzigen Eigentümer, sondern an die Insolvenzverwaltung. 

Aber: Es sei wohl richtig, dass die jetzigen Eigentümer von den Vorgängern noch Geld zu bekommen haben – das sagte gestern ein Insider. Kaufmann spricht in diesem Zusammenhang von rund 250000 Euro. Hintergrund ist nach Informationen unserer Zeitung, dass der Eigentümerwechsel formal zum 1. Januar erfolgte, die neue Geschäftsführung ihre Arbeit aber faktisch erst Ende Februar aufnahm. Für diese Zeit des Umbruchs wurde ein Treuhandkonto eingerichtet. Das darauf vorhandene Guthaben könne erst dann zwischen altem und neuem Inhaber aufgeteilt werden, wenn alle dafür erforderlichen Unterlagen vorlägen. Das sei aber noch nicht der Fall, heißt es.

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