Neuer Märker ist da

Adolf I von Altena: Die steile Karriere und der tiefe Fall eines Machtmenschen

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Dr. Christiane Todrowski, Leiterin des Kreisarchivs und Landrat Thomas Gemke beim Studium des neuen „Märker“.

Altena - Machtgier und Machtlosigkeit, wirtschaftlicher Aufstieg und Niedergang, Mut und Ohnmacht sowie Lob und Kritik lauten die Stichworte der acht Beiträge, die die Leserinnen und Leser in der neuesten Ausgabe der Landeskundlichen Zeitschrift für den Bereich der ehemaligen Grafschaft Mark und den Märkischen Kreis, „Der Märker“, erwarten.

Die steile Karriere und den tiefen Fall eines skrupellosen Machtmenschen schildert der Mittelalterkenner Sebastian P. Hirs in seinem Beitrag über den Kölner Erzbischof Adolf I. Altena. Mit dem Bergbau in der südlichen Grafschaft Mark beschäftigen sich gleich zwei Aufsätze: Der preisgekrönte Montanhistoriker Hans Ludwig Knau (Kierspe) analysiert den frühen Erzbergbau im bergisch-märkischen Grenzgebiet von Kaltenbach und Loope und beschreibt die engen Verflechtungen zwischen den einstigen Ämtern Neustadt und Altena sowie die bergbaulichen Aktivitäten der Familien Hymmen und von Neuhoff-Ley.

Volker Haller von der Naturwissenschaftlichen Vereinigung Lüdenscheid zeigt die Bergwerke rund um Kierspe und Meinerzhagen im Märkischen Kreis sowie in den Gemeinden Marienheide und Engelskirchen im Oberbergischen Kreis auf ordnet sie weit entfernten Verhüttungsstandorten zu.

Die Evangelische Kirchengemeinde Neuenrade feierte im letzten Jahr das 450-jährige Jubiläum der Kirchenordnung von Hermann Wilken und lud hierzu Professor Dr. Dieter Stievermann ein. Sein Festvortrag kann nun im aktuellen „Märker“ nachgelesen werden. Wie mutige und selbstbewusste Bauern aus der Rentei Altena und Neuenrade in der Zeit Friedrichs des Großen bessere Pachtbedingungen aushandelten, schildert der Münsteraner Historiker Dr. Rainer Ditté.

Die Regionalhistorikerin Dr. Maria Perrefort beschreibt die Auswirkungen der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Nonnen und Stiftsdamen des Klosters Kentrop, des Terziarinnenkonvents in Rhynern und des Nordenstifts in Hamm und wie diese mit der Vernichtung ihrer bisherige Lebensform umgingen.

Das Leben und Werk des in Herscheid geborenen Künstlers Heinz Wever werden 2016 in einer großen Ausstellung in der Städtischen Galerie und im Geschichtsmuseum der Stadt Lüdenscheid präsentiert.

Museumsleiter Dr. Eckhard Trox erläutert in seinem Aufsatz das Forschungs- und Ausstellungsprojekt zum 50. Todestag des Künstler und sauerländer Mundartdichters. An das Leben und gewaltsame Sterben eines Euthanasieopfers aus Letmathe erinnert der Geschichtslehrer Peter Trotier. Darüber hinaus spürte er unbekannte Quellen zu einem 1942 im KZ Treblinka ermordeten jüdischen Ehepaar auf, die er erstmals im aktuellen „Märker“ veröffentlicht. Mithilfe von Fotografien, Briefen und Zeitzeugenberichten gelingt es dem Autor, Opfern des Holocaust und der Euthanasie die Ehre – und das heißt für ihn, ihre Namen, ihr Angesicht und ihre Geschichte – zurückzugeben.

Buchbesprechungen aus den Bereichen Industriearchitektur, Kirchen- und Kunstgeschichte sowie Kulturwissenschaften runden den „Märker“ ab. Landrat Thomas Gemke verspricht in seinem Vorwort: „Wenngleich die meisten Titel auf den ersten Blick ihre Relevanz für die Geschichte des Märkischen Kreises und der ehemaligen Grafschaft Mark nicht erkennen lassen, sind sie eine unerwartet lohnenswerte Lektüre für alle landeskundlich Interessierten.“

„Der Märker“ kostet zehn Euro plus 2,50 Euro Porto und ist erhältlich beim Kreisarchiv des Märkischen Kreises, Bismarckstraße 15, 58762 Altena, E-Mail: archivundbibliothek@maerkischer-kreis.de, Telefon: 02352/966-7055, in den Bürgerbüros des Märkischen Kreises im Kreishaus Lüdenscheid sowie im örtlichen Buchhandel.

www.maerkischer-kreis.de., Stichwort: Der Märker.

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