Gelungener Festakt für Dr. Dietmar Kehlbreier

Abschied vom beliebten Pfarrer

Die Paul-Gerhardt-Kantorei verabschiedete Dr. Dietmar Kehlbreier mit einer Torte: Tore, Töne und Gottes Segen wünscht sie ihm. Foto: Bender

Altena - Wenn ein glühender BVB-Fan sich verabschiedet, dann liegen in diesen Tagen Hinweise auf Borussia-Trainer Jürgen Klopp nahe – auch deshalb, weil Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier ebenfalls nach „sieben tollen Jahren“ den „Verein“ wechselt. Wie berichtet, wird er zukünftig als Diakoniepfarrer im Kirchenkreis Recklinghausen wirken.

Den Anstoß zu allerlei fußballerischen Betrachtungen gab Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. In seinen Anfangsjahren habe der Seelsorger wie ein Spieler gewirkt, der aus der U 21 in die erste Mannschaft gewechselt und dort über sich hinaus wachse. So jemand sei auch geeignet, „die ganze Mannschaft zu motivieren“. Es sei völlig klar, dass solche Talente auch außerhalb ihres engeren Wirkungskreis wahrgenommen und umworben würden. „Wir sind halt alle nur Spieler auf Zeit“, sagte Hollstein. Merle Vokkert, Kollegin und Ehefrau, bewies ebenfalls Sachkunde: Manchmal kämen gute Spieler ja auch wieder zurück, sagte sie.

Zu Beginn des Empfangs zur Verabschiedung des Pfarrers teilte Vokkert mit, dass es eine zeitnahe Interims-Nachfolge geben wird: Der Kirchenkreis schickt Jürgen Ruck als Pfarrer im Entsendungsdienst in die evangelische Gemeinde. Einigen Altenaern ist er als Seelsorger im Ellen-Scheuner-Haus schon bekannt.

Wo Kehlbreier sei, da sei auch ein Netzwerk – so charakterisierte Superintendentin Martina Espelöer den ausscheidenden Seelsorger. Sein Engagement gehe weit über den kirchlichen Raum hinaus, sagte sie auch mit Hinweis auf sein politisches Engagement. Der Pfarrer gehört zum Sprecherkreis des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD.

Die Verabschiedung fand wegen des Brandschadens in der Lutherkirche in der völlig überfüllten St. Matthäus-Kirche statt. Neben der evangelischen Gemeinde nahmen daran nach ihrer Fußwallfahrt auch Altenas Katholiken teil. Deren Pfarrer Ulrich Schmalenbach dankte für die gute Zusammenarbeit, die sich nach einem nicht ganz einfachen Start im Laufe der Jahre entwickelt habe. Er erinnerte an gemeinschaftliche Aktionen wie zum Beispiel den ökumenischen Bibelkreis. Dan Ossenberg-Engels, der stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums, lobte die gute Zusammenarbeit in den kirchlichen Gremien – „wir haben uns gut von Dir angenommen gefühlt. Die Gespräche bleiben uns in guter Erinnerung“:

Einmal noch hatte der Pfarrer in seiner Gemeinde das letzte Wort – „ab jetzt bin ich einfaches Gemeindeglied“, sagte er nach einem Dank an alle. die ihn in den vergangenen sieben Jahren begleitet haben. Seine letzte Amtshandlung werde in den nächsten Tagen sein, sich für die Sakristei fotografieren zu lassen – dort hängen Bilder aller ehemaligen Pfarrer. „Da muss ich ja vor jeder Predigt an Dir vorbei“, entfuhr es daraufhin der nach Kehlbreiers Angaben „weltbesten Kollegin“ Merle Vokkert.

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