Bilderabend mit Motiven vom Altenaer Stadtteil Mühlendorf

Abend mit historischen Motiven vom Mühlendorf in Altena

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Die Mühlendorfer lauschten den Ausführungen zur Entwicklung ihres Stadtteils mit großem Interesse.

Tatsächlich hat es mal Mühlen im Mühlendorf gegeben und von einer davon existiert sogar noch ein gut erhaltenes Foto. Sie stand am Burgberg in unmittelbarer Nähe des Café Dunkel. 

Kreisarchivar Ulrich Biroth warf das Bild am Donnerstag im Thomas Morus-Haus an die Wand, wohin die Freunde der Stadtteilpflege zu einem Abend mit historischen Motiven eingeladen hatten. Selbst die im Stadtteil geborenen Bewohner dürften Probleme haben, Ansichten des 18. und 19. Jahrhunderts zu identifizieren. Der Berg war kahl und nur anhand einzelner Gebäude entlang der Lenne als Mühlendorf zu erkennen. 

Zum Beispiel am Werk von Basse & Selve, das sich markant nahe am Fluss erstreckte. Im Hof ein Fußballfeld, daneben ein angrenzender Park, wie sich ihn viele Fabrikanten in Altena einst leisteten. Generell liebten es Unternehmer ansprechend - „zumindest auf Postkarten fanden sich die schönsten Idylle“, hat Ulrich Biroth unter anderem bei der Erstellung des historischen Online-Bildarchivs festgestellt. 

Kreisarchivar Ulrich Biroth präsentierte die alten Motive.

Eine viel verschickte Ansicht des Kölschen Joe stellt das Lokal im Mühlendorf nahezu palastähnlich dar, umgeben von prächtigen Bäumen und einem Schwanenteich. „Sich in Szene zu setzen, das war im Ersten Weltkrieg ganz üblich“, erklärte Ulrich Biroth seinen 22 Zuhörern. 

Soldaten und ihre Angehörigen ließen Ansichten ihrer Privathäuser nicht nur professionell fotografieren, sondern gleich als Postkarte drucken, um diese dann in alle Welt zu verschicken.

Jene Schwarz-weiß-Aufnahmen sind noch am besten erhalten geblieben. Ebenso die alten Glasnegative. Farbfotos der 1960er Jahre zum Beispiel sind mittlerweile farbstichig und verblasst, wie Aufnahmen aus dieser Zeit zeigten. Es war die Zeit nach dem Bau-Boom im Mühlendorf, das in den 50er Jahren rasant zum belebten Stadtteil heranwuchs. Der „alte Ortskern“ befand sich zuvor im Bereich Markaner. 

Rund um die gleichnamige und damals noch existierende Gaststätte bot sich ein wahres „Wimmelbild“, wie Ulrich Biroth scherzhaft anmerkte. Dicht reihten sich Gasthäuser, Cafés, Wohnhäuser und kleine Fabriken aneinander. Aber mit den Bergbewohnern folgte auch die Ansiedelung von Geschäften und die Eröffnung der Volksschule Mühlendorf auf der Höhe. 

Aus dieser Zeit erkannten die Gäste am Donnerstagabend natürlich viel wieder. Und sie konnten Ulrich Biroth auch dabei helfen, einzelne Häuser zu identifizieren. Das nutzte der Archivar natürlich, um die Leute zu ermutigen: „Schauen Sie mal auf die Internetseite des Märkischen Kreises, stöbern Sie durch die Bilder und beschriften Sie, was Sie wiedererkennen!“ rief Biroth alle zum Mitmachen auf.

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