Mindestens 137 neue Altenaer: Prognosen der Statistiker werden deutlich übertroffen

Viel mehr Babies als berechnet

Der Storch gilt gemeinhin als Symbol für einen Babyboom. In Altena gab es 2015 erheblich mehr Babies, als noch im Vorjahr. Foto: dpa

Altena  -  Traue keiner Statistik...: Das vergangene Jahr ist ein schöner Beweis dafür, dass Mathematiker mit ihren Prognosen gelegentlich derbe daneben liegen.

In Altena kamen 2015 deutlich mehr Kinder zur Welt, als in diversen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung vorhergesagt. Von etwa 110 Geburten gingen die Statistiker des Landesbetriebs IT NRW aus, tatsächlich waren es wenigstens 137. So viele „Begrüßungstaschen“ brachten die Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialdienstes unters Volk, die alle frischgebackenen Eltern besuchen. In der Hebammenpraxis an der Kirchstraße wird berichtet, dass 2015 ein ausgesprochen arbeitsreiches Jahr gewesen sei. Zum Vergleich: 2008 kamen 142 Kinder zur Welt, danach ging es steil bergab. 

2009 gab es 111 Geburten, 2011 wurde mit 102 der bisherige Tiefpunkt erreicht. In den Jahren danach pendelten sich die Geburtenzahlen auf 110 bis 115 ein, bis es dann im vergangenen Jahr „geburtentechnisch“ richtig zur Sache ging. Wirklich belastbare Gründe für den kleinen Baby-Boom gibt es nicht, Erklärungsversuche münden meist in Spekulationen. Gesichert ist die Erkenntnis, dass sich auswärtige junge Erwachsene verstärkt Altena als neuen Wohnort aussuchen. 

Das liegt an den vergleichsweise günstigen Mieten beziehungsweise an den günstigen Immobilienpreisen, die – zusammen mit den niedrigen Zinsen – den Traum vom Eigenheim in Altena möglich machen. Auch die anhaltend stabile konjunkturelle Lage könnte mit ein Grund dafür sein, dass mehr junge Paare Ja zum Kind sagen.

Abzuwarten bleibt, welche Konsequenzen diese Entwicklung haben wird. Zu den unerwartet vielen Neugeborenen kommen nämlich noch die Kinder von Flüchtlingen hinzu – etwa 50 davon sind unter sechs Jahre alt, weitere 50 im schulpflichtigen Alter.

Die Verwaltung bereitet sich bereits darauf vor, in den Kindergärten mehr Kinder unterbringen zu müssen, als in der bisherigen Kindergartenbedarfsplanung angenommen wurde. Es würden entsprechende Gespräche mit den Trägern, aber auch mit dem Landesjugendamt geführt, hatte Jugendamtsleiter Uwe Krischer bereits im vergangenen Jahr angekündigt.

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