Sympathischer Auftritt von der Band Travis in Köln

Köln - Einen äußerst sympathischen Auftritt legt die schottische Rock-Band Travis bei ihrem Konzert in der Kölner Live Music Hall hin - und bietet den Fans dabei eine ganz besondere Show. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Frau von Frontmann Fran Healy aus der Domstadt kommt. „Ich habe eine besondere Beziehung zu Köln“, verkündet er und hat spätestens da gewonnen.

Vielleicht ist es aber auch einfach die bodenständige und freundliche Art, mit der das Quartett das Publikum für sich einnimmt. Der 42-jährige Sänger mit dem grauen Vollbart kümmert sich fürsorglich um seine Fans, verteilt Wasser und klettert ins Publikum, um die Besucher nach ihrem Wohlbefinden zu befragen. „Ich werde jetzt zu jedem einzelnen gehen. In vier Stunden bin ich zurück“, ruft er seinen Kollegen zu und sing den Song „Where You Stand“ aus der Menge heraus. Dort scheint es ihm so gut zu gefallen, dass er zur Zugabe „Flowers in the Window“ wieder inmitten der Zuhörer aufschlägt, diesmal auf einer zur Mini-Bühne umfunktionierten Box, und schafft einen ganz intimen Moment - komplett ohne Strom und ohne Mikro.

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Rock-Band Travis tritt bei Konzert in Köln auf

Für die gute Stimmung vor der Bühne ist auch die Chemie auf der Bühne verantwortlich. „Wir sind alle Freunde und das schon seit langer Zeit“, berichtet Healy. „Es kommt nicht häufig vor, dass man nach so vielen Jahren noch immer Musik zusammen in einer Band macht, ohne dass es einen oder zwei Wechsel in der Besetzung gegeben hat.“ Und auch die Fans gehörten zur Truppe dazu, sagt der hagere Musiker, der mittlerweile in Berlin lebt.

Für seine kumpelhafte Art werden er und die anderen Bandmitglieder zuvor schon von einem Fan belohnt, der ihnen Bier nach vorne bringt. Healy freut sich: „Kennt Ihr das? Als Jugendlicher schmeckt Bier immer fies, und wenn man 18 wird, ist es das Beste auf der Welt.“ Kein Wunder also, dass ein Trinkspiel beim scheppernden „All I Want to Do Is Rock“ angesagt ist. Gitarrist Andy Dunlop soll beim Solo den Becher in einem Zug hinunterkippen. Klappt trotz Anfeuerung nicht, aber das Solo spielt er währenddessen einhändig. Beachtlich.

Alter und neuer musikalischer Output werden beim Auftritt in Köln, dargebracht vor Hochhäusern aus Pappmaschee, bunt gemischt. Höhepunkt vom aktuellen Album „Everything at Once“ ist das grandiose "Idlewild", eigentlich ein Duett. "Aber so fällt heute alles auf mich zurück", gluckst Healy, während er sich hilflos umsieht. Er schraubt das Mikro runter, setzt sich auf den Boden und singt das Lied aus ungewohnter Perspektive. „Animals“ würde trotz hartem Rockpart im Refrain als 50s-Schwofer eine gute Figur abgeben. Besonders balladesk präsentiert sich „3 Miles High“.

Besonders viel Applaus stauben die Stücke ab, die schon als kleine Klassiker gelten: „Sing“ kommt schon kurz nach Konzertbeginn, das poetische „Driftwood“ folgt im Mittelteil und lädt zum Mitsingen ein. Als Abschluss des regulären Sets spielt das Quartett „Turn“, das live viel rockiger als auf der Platte daherkommt und bei dessen Ende Gitarrist Dunlop sein Instrument geradezu verdrischt.

Die Zugabe „Magnificent Time“ ist so etwas wie eine dreiminütige Stimmungs-Zusammenfassung des Konzerts. Für die Gute-Laune-Nummer hat sich die Band gleich einen eigenen Tanz ausgedacht. „Das wird das neue Macarena“, verkündet Healy mit einem Augenzwinkern und zeigt den Zuhörern, wie sie kollektiv die Arme hochschmeißen, winken und sich dann ausgelassen bewegen. Und spätestens zum Abschluss des Konzerts bei „Why Does It Always Rain on Me?“, dem ersten großen Hit der Band, tanzt wirklich jeder.

Quelle: wa.de

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