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Notdienst wird selbst zum Notfall
18.11.2008 · Von Bernd Eiber MÄRKISCHER KREIS Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) plant eine umfangreiche Reform der ärztlichen Notdienste. Die Notfallbezirke sollen deutlich vergrößert werden, die Anrufe in einer zentralen Leitstelle auflaufen.
Leitstelle auflaufen. Wo diese Zentrale sein wird, konnte Pressereferentin Ina Retkowitz gestern noch nicht sagen. Die Vertreterversammlung werde im Februar über das Konzept entscheiden, das Kammergremium im März. Vorgesehen ist die Umsetzung für 2010. Hintergrund für die Reform ist die stetig sinkende Zahl niedergelassener Ärzte und die bevorstehende Pensionierungswelle. Wir verlieren Ärzte", so die Pressereferentin. Besonders drastisch sei der Schwund in ländlichen Gebieten. 30 Prozent der Leistungen der Mediziner würden nicht bezahlt. "Es muss jetzt gehandelt werden. Denn auch die Weitergabe von Arztpraxen an Nachfolger wird durch die hohe Dienstbelastung - und dazu zählt auch der Notfalldienst - immer mehr erschwert." Außerdem werde der Notdienst nach Kontakten bezahlt. "Kommt kein Patient, erhält der Arzt auch nichts."Die Leitstelle, besetzt mit einem medizinischen Team, nehme den Anruf entgegen und weise dann den Patienten an den für ihn zuständigen Notfallarzt. Könne der Betroffene nicht fahren, werde aus dem Fahrzeugpool an der Leitstelle eine Wagen geschickt. Auf dem Land ist die Sorge groß, dass die geplanten Änderungen für viele Patienten einen deutlich längeren Anfahrtsweg zur Notdienstpraxis beziehungsweise Wartezeiten bedeuten. Auch das System selbst will die Kassenärztliche Vereinigung neu ordnen. Ist der Notdienst bislang auf die Wochenenden, auf Feiertage sowie den Mittwochnachmittag begrenzt, soll er künftig auf die gesamte Woche ausgedehnt werden. Um möglichst kostengünstig zu leisten, seien Synergieeffekte mit einem Klinikum durchaus wünschenswert, so Retkowitz. Im Klinikum waren die Pläne für die niedergelassenen Ärzte noch kein Thema. Dr. Hartmut Gehlhar, Arzt für Allgemeinmedizin in Lüdenscheid und Vorsitzender des Ärztenetzes MK-Süd, sieht in der zunehmenden Verknappung der Mediziner keine andere Lösung. Vor allem in den Randgebieten sei die Lage schwierig. "Wenn wir aber eine flächendeckende Versorgung auch in Zukunft gewährleisten wollen, können wir gar nicht anders handeln. Für Patienten wie auch für Ärzte werden dadurch aber die Wege weiter. Aus der Not heraus müssen wir eine Regelung finden. Optimales gibt es für uns nicht mehr."
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