SPD-Fraktion im Regionalrat gegen Fracking

Wolfgang Ewald ist Vorsitzender der SPD-Fraktion im Regionalrat. ▪
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Wolfgang Ewald ist Vorsitzender der SPD-Fraktion im Regionalrat. ▪

MÄRKISCHER KREIS ▪ Ganz klar gegen Fracking zum jetzigen Zeitpunkt spricht sich die SPD-Fraktion im Regionalrat bei der Bezirksregierung Arnsberg aus. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Ewald forderte im Gespräch mit unserer Zeitung unter anderem detaillierte Forschungen zu dem umstrittenen Gasförderprogramm.

Anschließend müssten planungsrechtliche Voraussetzungen – und zwar dreidimensional in die Gesteinsschichten hinein – geschaffen werden. Erst danach könne endgültig von Fall zu Fall entschieden werden.

Der Zeitraum, von dem Ewald spricht, bewegt sich dabei keineswegs im mittelfristigen Rahmen. Vielmehr geht er von Jahrzehnten aus, die es dauern würde, diesen Prozess fundiert durchzuführen. Gleichzeitig hält er das „Fracking“ aus energiepolitischen Gründen zum aktuellen Zeitpunkt für völlig verfehlt. „Wir stecken mitten in einer historischen Energiewende“, sagt der SPD-Politiker. Dabei gehe es um hohe Investitionen beispielsweise in den Netzausbau, in Offshore- und Photovoltaikanlagen. Da käme das „Fracking“ als weiteres völlig neues System hinzu. „Wer soll die Ökonomie dahinter noch sortieren?“ fragt Ewald.

Er geht davon aus, dass Fracking aus Gründen des Kapitalmarktes überhaupt erst in den Blick geraten ist: „Für den erhofften Börsenkurs macht es sich gut, die Phantasie der Anleger zu wecken und Gewinnerwartungen in astronomische Höhen zu schrauben.“ Gleichzeitig verweist Ewald darauf, dass sowohl Berg- als auch Umwelt- und Wasserrecht als Grundlagen für die Genehmigungsverfahren lediglich Sachverhalte nahe der Erdoberfläche prüfen. Fracking finde aber in großer Tiefe statt. „Was wir brauchen, ist eine dreidimensionale Raumplanung, die in die Tiefe reicht.“ Die Summen, die für eine solche Forschung und Planung nötig wären, nennt Ewald „ein Taschengeld gegenüber den Summen, die als Fördererträge erwartet werden.“

Den Umgang mit dem Grundwasserschutz hält er gerade im Sauerland mit seinen zerklüfteten Landschaften für bedenkenswert. „Die Darstellungen der Gasförderer, dass Fracking, das in großen Tiefen stattfindet und die höhergelegenen Grundwasservorkommen fein säuberlich durch kilometerdicke Gesteinsschichten getrennt sind, täuschen. So idealtypisch ist die Geologie nicht.“

Nach der Osterpause ist eine Podiumsdiskussion geplant, bei der Experten zu allen Themenbereichen rund um das Fracking zu Wort kommen und auch mit der Öffentlichkeit diskutieren sollen. Die Details werden rechtzeitig bekannt gegeben. ▪ gör

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