SPD-Basis soll Bewerber festlegen

Wolfgang Ewald, SPD-Vorsitzender der Fraktion im Regionalrat, plädiert für eine Mitgliederbefragung bei der Aufstellung des Landratskandidaten.

MÄRKISCHER KREIS -  Bis zu den Kommunalwahlen im kommenden Jahr ist noch ein wenig Zeit und die Schlagzeilen beherrschen derzeit ohnehin Personen und Gruppen, die ganz andere Kreise ziehen. Gleichwohl ist die SPD derzeit in der Entscheidungsfindung, geeignete Kandidaten aus ihren Reihen für das Amt des Landrates auszuwählen, die gegen Amtsinhaber Thomas Gemke antreten können.

Damit die Bewerberin oder der Bewerber auch den Rückhalt der Mehrheitsbasis erhält, schlägt Wolfgang Ewald, Fraktionsvorsitzender der SPD im Regionalrat, eine Mitgliederbefragung vor. Noch sei es zwar zu früh, schon mit konkreten Namen an die Öffentlichkeit zu gehen, über das Prozedere müsse jedoch schon gesprochen werden.

Die eine Möglichkeit sei, sich in einem „abgeschotteten Zirkel“ auf eine Person zu verständigen und diese dann vom Parteitag bestätigen zu lassen. „Davon halte ich aber nichts“, unterstrich Ewald gestern.

Vielmehr hält der SPD-Fraktionschef im Regionalrat eine vor dem Parteitag geschaltete Mitgliederbefragung für das geeignete Instrument, die Parteimitglieder bei der personellen Aufstellung für das Spitzenamt im Märkischen Kreis einzubinden – ganz nach dem Leitsatz Willy Brandts „Mehr Demokratie wagen“. Das bedeute natürlich mehr Aufwand für die Kandidaten und die Partei, sich und ihr Programm in den jeweiligen Ortsverbänden vorzustellen. „Das erhöht aber die öffentliche Aufmerksamkeit und deshalb sind wir als SPD sicher gut beraten, wenn wir einen solchen Weg einschlagen.“ Selbstverständlich bleibe der Parteitag bei der Nominierung eines Kandidaten unabhängig, das Votum seiner Mitglieder in den Städten und Gemeinden könne das Gremium aber keinesfalls ignorieren, so Ewald. „Nur so schaffen wir es, dass der Verdacht einer Kungelei im Hinterzimmer erst gar nicht aufkommt. Die Mitglieder sollen darüber entscheiden, wer die Ziele der Partei am besten vertreten kann. Ich bin mir sicher, dass ein solches Vorgehen von der Basis begrüßt wird. Diesen Mehraufwand müssen wir in Kauf nehmen, wenn wir dadurch auch den Einzelnen in die Pflicht nehmen, sich an der Entscheidung zu beteiligen.“ So habe jeder die Möglichkeit, sich aktiv in den Prozess der Personalentscheidung einzubringen.

Wann es zur Wahl des Landrates kommt, ist noch offen. Bis zum 30. November dieses Jahres hat Gemke Zeit zu entscheiden, ob er sich bereits im kommenden Jahr zeitgleich mit den Wahlen zum Kreistag dem Votum der Märker stellt, oder ob er seine auf sechs Jahre befristete Amtszeit bis 2015 vollständig ausreizt. Für eine zeitgleiche Wahl müsste Thomas Gemke vorzeitig von seinem Amt als Landrat zurücktreten. - be

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