Marketing in eigener Sache für Lehrstellen

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Evgenia Malinowski, Auszubildende als technische Modellbauerin bei der Firma Canto Ing. GmbH in Lüdenscheid, stand am Tag des Ausbildungsplatzes im Mittelpunkt von Politik, Behörden und Institutionen. Dritter von rechts Geschäftsführer Jörg Schmidt. ▪

MÄRKISCHER KREIS ▪ Es gehört nicht gerade zum Alltagsgeschäft von Führungskräften, von früh bis spät an Türen zu schellen und Klinken zu putzen. Gestern, am Tages des Ausbildungsplatzes, war das anders und das Ergebnis stimmte die Beteiligten hoffnungsfroh.

In 110 Betrieben akquirierten die Werber 35 Lehrstellen für dieses Jahr, 78 Plätze für 2011 und zwölf Einstiegsqualifizierungen. Dabei handelt es sich um eine bis zu zwölf Monate dauernde Brücke mit dem Ziel, Defizite abzubauen und den Bewerber fit für die Ausbildung zu machen.

Landrat, Bürgermeister, Vertreter von Arbeitsagentur, Arge, Arbeitgeberverband, SIHK und Handwerkskammer klapperten gestern große und kleine Unternehmen ab. „Jede Stelle ist wichtig“, unterstrich Landrat Thomas Gemke das Ziel der Aktion. Das Ergebnis stellten die Akteure in der Firma Canto Ing. GmbH an der Kalverstraße in Lüdenscheid vor. Das Unternehmen ist unter anderem in den Bereichen Projektmanagement, Konstruktion, Entwicklung und Design sowie in der Herstellung von Modellen, Prototypen und Werkzeugen tätig. Nach anfänglicher Zurückhaltung hatten sich die Geschäftsführer Jörg Schmidt, Hagen Tschorn und Hendrik Schulte im vergangenen Jahr entschlossen, selbst in die Ausbildung einzusteigen. „Wir haben gute Erfahrungen gemacht“, so Tschorn.

Noch kommen fast zwei Bewerber auf eine Stelle

Dieses positive Beispiel möchte Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, auf möglichst viele Betriebe übertragen. Denn noch kommen fast zwei Bewerber auf eine Stelle. Im Märkischen Kreis sind derzeit 818 Plätze unbesetzt, 1630 junge Menschen sind noch unversorgt. Dass nur Ausbildung das unternehmerische Überleben sichert, machten Helm und Gemke deutlich. Die Zahl junger Menschen im Märkischen Kreis schrumpft in den nächsten Jahren um 23,6 Prozent. Und jedes Jahr verlassen 250 potentielle Nachwuchskräfte die Region. Diese dramatische Entwicklung ist mittlerweile bei den meisten Chefs angekommen. So habe das Handwerk bereits 15 Prozent mehr Verträge als 2009 abgeschlossen, stellte Hauptgeschäftsführer Dirk Jedan erfreut fest. „Diese Entwicklung hat mich mehr als überrascht.“ Aber nicht nur die Unternehmen seien gefordert. SIHK-Bildungsdezernent Andreas Lux: „Jeder Schulabgänger muss sich früh orientieren und auch bei einer Absage dranbleiben. Es gilt, Marketing in eigener Sache zu machen.“

MIT-„Geschenk“: Zwei Ausbildungsstellen und vier Einstiegsqualifizierungen

Die CDU-Mittelstandsvereinigung Lüdenscheid (MIT)  hatte zum Gespräch ein besonders willkommenes „Geschenk“ mitgebracht: Zwei Ausbildungsstellen und vier betriebliche Einstiegsqualifizierungen. - be

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