Letmathe: Amokfahrt fordert vier Verletzte

Um kurz vor 20 Uhr hat sich am Montagabend ein Großeinsatz für Polizei und Rettungskräfte in Iserlohn-Letmathe entwickelt. Ein Mann flüchtete während einer Routinekontrolle, baute dabei einen schweren Unfall mit vier Verletzten und machte sich zu Fuß aus dem Staub. Er ist weiter flüchtig.Laut Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis, stellt sich der Sachverhalt so dar: Um 19.44 Uhr hielt eine Polizeistreife einen silbernen BMW X6 mit Ennepetaler Kennzeichen in Letmathe auf der Altenaer Straße (B236) in Fahrtrichtung Iserlohn zu einer routinemäßigen Verkehrskontrolle an. Der Fahrzeugführer stoppte, händigte den Beamten zunächst auch den Fahrzeugschein aus, beschleunigte dann jedoch aus dem Nichts sein Auto. "Die Kollegen sind direkt zurück in ihr Fahrzeug und haben die Verfolgung aufgenommen. Nach etwa 300 Metern hat der Flüchtige ein anderes Auto überholt, dieses dabei touchiert und es von der Straße geschoben", so Boronowski. Auf der großen Kreuzung Untergrüner Straße/Altenaer Straße (Ellebrecht-Kreuzung) missachtete der Flüchtige dann das Rotlicht und kollidierte deshalb ungebremst mit einem anderen Fahrzeug, das aus Richtung A46/Iserlohn-Oestrich kam. In dem Dacia Logan saßen vier Personen. Dabei handelte es sich nach inzwischen polizeilich bestätigten Informationen um eine Familie aus Hemer: Vater (52), Mutter (51) und zwei Töchter (17 und 14). © Thomas van de Wall. "Dieses Fahrzeug wurde um 180 Grad gedreht, kippte um und kam erst auf der Seite zum Stehen, die Insassen wurden eingeklemmt. Drei Personen wurden schwerst verletzt, eine Person leicht. Das 14-jährige Mädchen musste mit einem Rettungshubschrauber nach Dortmund ausgeflogen werden", so Pressesprecher Dietmar Boronowski. Im Einsatz waren neben der Berufsfeuerwehr Iserlohn auch Rettungswagen aus Altena und Hemer sowie insgesamt vier Notärzte. Die Verletzten kamen zunächst einmal ins Elisabeth-Krankenhaus, das 14-jährige Mädchen erlitt nach ersten Angaben vor Ort ein Schädel-Hirn-Trauma. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es noch nicht. Der Amokfahrer, der selbst wohl nur leicht verletzt wurde, sprang nach dem Crash auf der Kreuzung aus dem BMW und setzte seine Flucht zu Fuß in ein angrenzendes Waldstück an Pater und Nonne fort. Für die Beamten im Streifenwagen hatten indes die Unfallopfer und deren Erstversorgung höchste Priorität, sie setzten nicht direkt zur Verfolgung des Mannes an, der rücksichtslos in die Kreuzung eingefahren war und damit in Kauf genommen hatte, Unbeteiligte schwer zu verletzen. Die Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach dem Mann, dessen Personalien inzwischen möglicherweise bekannt sind. Jedenfalls fand die Polizei im BMW X6 Unterlagen, die Rückschlüsse auf eine Person zuließen. Offenbar wurden im Rahmen der Fahndung auch die Räumlichkeiten eines Kulturvereins durchsucht. Das Auto gilt übrigens nicht als gestohlen. Warum der Mann urplötzlich Gas gab, sich der Kontrolle entzog, ist völlig unklar. Die Fahndung nach dem immer noch flüchtigen Mann wurde auch per Hubschrauber durchgeführt. Die Hummel 8 ist auch mit einem Suchscheinwerfer sowie mit einem Nachtsichtgerät und einer Wärmebildsichtanlage ausgestattet. So sollte die Suche erleichtert werden.

Rubriklistenbild: © come-on

Kommentare