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Großbrand in Herscheid: Anwohner außer Gefahr

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[UPDATE] HERSCHEID - Durch den Großbrand in einer Entlackungs-Firma in Herscheid besteht keine Gefahr für die Bevölkerung im Umkreis. Dies teilte die Polizei am späten Nachmittag mit. Sachverständige werden am Mittwoch die ausgebrannte Halle untersuchen, um den Auslöser für das Feuer zu ermitteln.

Rund 100 Feuerwehrleute aus der Region waren seit etwa 10.40 Uhr morgens auf dem Firmengelände von Kümesta mit Löscharbeiten beschäftigt. Eine der beiden Hallen zur Entlackung brannte komplett ab. Die Landstraße 561 ist gesperrt, ebenso das komplette Umfeld des betroffenen Betriebs. Erst gegen 17.15 Uhr hob die Polizei die Straßensperren am Kreisel Osterloh und am Ortsausgang Hüinghausen auf. Vom Firmengelände stieg eine dicke Rauchwolke auf. Ein Hubschrauber kreiste über dem betroffenen Bereich, um die Qualmwolke zu verwirbeln und die dicke Luft zu verdünnen.

Die Firma Kümesta führt Entlackungen durch - befreit Oberflächen also von Lacken. In der niedergebrannten Halle wurden Lacke durch thermische Verfahren - also mit Hitze - gelöst. Auslöser für den Brand war nach unbestätigten Informationen ein Kurzschluss in der Entlackungsmaschine. Die Polizei wollte sich zur Ursache am frühen Abend jedoch noch nicht äußern. Am Mittwoch werden Sachverständige die ausgebrannte Halle in Augenschein nehmen.

Die zweite Halle wurde von der Feuerwehr mit Wassernebel gekühlt, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. In dieser Halle werden chemische Verfahren durchgeführt - umso schlimmer wäre ein Brand in dieser Halle gewesen.

Am späten Nachmittag schäumte die Feuerwehr die niedergebrannte erste Halle ein, um letzte Brandnester zu beseitigen und zu verhindern, dass das Feuer in der Nacht noch einmal aufflammt.

Vor Ort waren Feuerwehrleute und die Polizei aus Herscheid und Plettenberg. Es wurde ein Behälter aufgestellt, um das Löschwasser aufzufangen. Dieser fasst rund 15.000 Liter. Außerdem ist die Polizei von Lüdenscheid dort. Spezialisten des ABC-Messzuges aus dem Märkischen Kreis messen die Chemiebelastung.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des Umweltschutzamtes waren an der Unglücksstelle. Unklar anfangs, welche Art von Chemikalien gebrannt haben und welche Gefahren damit verbunden sein können. Erst gegen 16.30 Uhr gab die Polizei Entwarnung: Für die Bevölkerung bestehe keine direkte Gefahr. Augenzeugen berichteten von einem "Kratzen im Hals". Die Bevölkerung von Herscheid und Plettenberg war von der Polizei zunächst vorsichtshalber aufgefordert worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Aus Meinerzhagen war der komplette Löschzug 2 (Valbert), Teile der Löschgruppe Willertshagen (Gerätewagen Mess) und Teile des Löschzugs 1 (Meinerzhagen) nach Herscheid ausgerückt. Aus Lüdenscheid war ein Feuerwehrfahrzeug mit zwei Personen vor Ort.

Die Werdohler Wehr eilte mit elf Brandbekämpfern nach Herscheid. "Wir sind eingebunden in das Messkonzept Märkischer Kreis", erklärte Stadtbrandinspektor Manfred Theile auf Anfrage. Die elf Werdohler führten an festgelegten Punkten in Absprache mit der Einsatzleitung Schadstoffmessungen durch. Spezialisten aller Zügen der Freiwilligen Feuerwehr Werdohler seien für den Einsatz in der Nachbargemeinde zusammengezogen worden, berichtete Theile. Das Equipment für solche Einsätze sei in Eveking untergebracht. Die Werdohler DRK-Ortsgruppe rückte ebenfalls mit mehreren Fahrzeugen zum Unglücksort aus, um zu helfen.

Als Mitglieder des Messzuges MK war die Neuenrader Feuerwehr nach Herscheid gefahren. Mit elf Feuerwehrmännern und zwei Fahrzeugen war sie vor Ort, um an verschiedenen Messpunkten in der Umgebung der brennenden Fabrik kontinuierlich Daten über die Luftwerte zu erfassen. Die Messdaten werden dann zur Messleitung übertragen, die dann wiederum die Daten auswertet, kartiert und daraus neue Messaufträge festlegt und somit die Ausbreitung etwaiger Schadstoffe erfassen kann. Dabei waren die Feuerwehrleute nicht ungeschützt. Sie setzten beim Messen Filtergeräte ein, so Stefan Besser, Leiter der Neuenrader Truppe. Die Neuenrader sind gut gerüstet, zumal gerade ein Galvanik-Brand im Rahmen einer Großübung vor einiger Zeit in Neuenrade noch Messtechnisch einstudiert worden war.

Den Mitarbeitern und Feuerwehrleuten vor Ort wurde vor ihrem Abzug am frühen Abend angeboten, sich wegen einer möglichen Belastung durch chemische Stoffe in einem medizinischen Zelt an der Unglücksstelle untersuchen zu lassen.

Der letzte Großbrand liegt fünf Jahre zurück und zerstörte die Halle im Mitteltrakt der früheren Schmellenkamp-Schmiede, die heute Kümesta dient. - eB/ute/vdB

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